Geschichte des Kupferstiches.
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mit der Absicht gemacht wurde, Abdrücke zu nehmen. Tiefe Niellen dienten mannigfachenZwecken. Als Kußtafel (Uax) fanden sie im Gottesdienst, als Plaketten zum Schmuckeder Geräte, der Kleidung u. s. w. Verwendung. Den Abdruck einer niellierten Kußlafeldes Maso Finignerra vom Jahre 1452 will man in der Pariser Nationalbibliothek besitzen,während die Originalplatte in Florenz erhalten ist. Er galt früher fälschlich als ältesterKupferstich.
Demgegenüber ist zu betonen, daß die Entstehung der Kupferstechern aus italienischenNielloabdrücken nicht bewiesen ist, daß vielmehr die ältesten datierten Kupferstiche deutscheArbeit sind. Es sind kleine Blätter, Passionsszcnen, die aus der Sammlung Renouvierin Montpellier in das Berliner Kgl. Kupferstichkabinett kamen. Unter ihnen die GeißelungChristi (Abb. 194), datiert 1446.
In Deutschland findet derKupferstich besondere Pflege.
Die erste künstlerische Persön-lichkeit ist hier der sogenannteMeister E. S. von 1466, einoberrheinischer Künstler, derzuerst Krenzlagen in der Schat-tierung anwendet und eine bild-mäßige Wirkung trotz aller Un-beholfenheit der Technik erzielttEinsiedeln- Madonna, Spiel-karten, ^.rs inorisinli). stiebenihm steht der etwas jüngereoriginelle Meister des Haus-buches oder des AmsterdamerKabinetts, ein Oberdeutscher,den man neuerdings mit Holdein dem Älteren identifizierenwill (seine Stiche sind vonM. Lehrs publiziert). InKolmar arbeitet Martin Schon-gauer (um 1450 — 1491), einMaler und Kupferstecher, dessenphantasievolle und zart einpsundene Stiche die deutscheKunst von ihrer liebenswür-digsten Seite zeigen, stiebenzahlreichen Einzelblättern istbesonders seine Passionssolgezu erwähnen. Am Niederrhein wie in Oberdeutschland erstehendie Initialen auf ihren
1S4.
Der älteste datierte Kupferstich, von 1446.(„Geißelung Christi.")
durch
dann eine Reihe von Künstlern, die meist nurtichen bestimmt werden können, die Monogrammisten.
Die Urgeschichte des italienischen Kupferstiches liegt noch im Dunkeln. Auf deutschen Einfluß verweist die Thatsache, daß nicht nur die Bnchdrnckereien in Italien durch wanderndeGesellen aus Mainz begründet wurden, sondern auch zwei Gesellen der Fnst-SchöfferschenOffizin, Konrad Schweinheim und Pannartz, 1464 in Rom Kupferstiche druckten. Alsältester italienischer Stich gilt jetzt ein Franenbilvnis des Berliner Knpferstichkabinetts,das um 1450 entstanden sein soll. Eine rege Thätigkeit entwickelt die Florentiner Schule.Ist auch die Technik der Italiener im 15. Jahrhundert noch primitiv (Kontnrstich,Schattierung durch parallele Linien, Ab. 195), so tritt doch die größere zeichnerische Kenntnisund Sicherheit gegenüber den deutschen Meistern hervor. Die Hauptmasse der FlorentinerStiche geht unter dem Sammelnamen des Meisters Baccio Baldini , anderes kann dem Sandro