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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Der moderne Kupferstich,

harte Schönheit eines gut modellierten Gipsabgusses angestrebt, Plastik zur Hauptsachegemacht wird. Gestochen wird vorzugsweise nach der Antike und nach Raffael .

Malerischer sind daneben die Italiener Toschi (1788—1854), L. Calamatta,P. Mercnri, der Franzose P. P. Prndhon (1758 — 1823).

In England bleibt der Schabmanier, Pnnktiermanier undAguatinta auch im 19. Jahr-hundert noch lange die Herrschaft (Earlvm, 1743 —1822).

Die Freiheit und Ungebundenheit des Grabstichels gewann erst Henriquel-Dupont (1797 —1892) und vor allem Ferd. Gaillard (1834 —1887), der den Stichel wieeine Radiernadel handhabte, nach Bedarf kurze Striche und Punkte und lange, paralleleLinien anwandte, kurz, den Charakter der Federzeichnung auch in der Stichelarbeit fest-

209. Ansschnitt aus einem Stiche von FrrL. Arrscheweyh nach Zl. Cornelius: „Muft und Gretchrn".

(Wenig verkleinert.)

hielt. Diese freiere Behandlung des Grabstichels war erst denkbar, seit durch das Ver-stohlen der Platten auch der zarteste Stich beliebig viel Abdrücke gestattet. Man brauchtalso nicht mehr tiefe, wohlgerundete Linien auszugraben, sondern kann kurze, feineLinien und Punkte so dicht aneinander legen, daß sie mehr Tonwirknng, nicht nur lineareSchönheit zur Geltung bringen.

Daneben gewinnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Radie-rung wieder Anhänger. In Deutschland hatten nur einzelne Künstler, wie Schwind,Ludwig Richter, in Österreich unter anderen I. Adam Klein und I. Chr. Ehrhardtdiese Technik etwas zahm und mehr zeichnerisch als malerisch angewandt, bis siedann besonders für die Reproduktion der italienischen und niederländischen Koloristen(Rembrandt, Franz Hals) sich geradezu aufdrängte und von I. L. Raab, Doris Raab ,Halm, W. Hecht, Krauskopf, vor allem von W. Unger, Karl Köpping und Albert

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