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bekunden. Sie hat zwei schmale, noch gänzlich romanische Eck-thürine ; dazwischen einen breiten Mittelbau, mit Portalen undFenstern in hohem schlichtem Spitzbogen, die letzteren mehrge-schossig, in nicht geistreicher Austheilung, und mit seltsamenStrebepfeilern, welche als kolossale lialbsäulen von antik kanel-lirter Art behandelt sind, eine missverstandene Nachahmung derHalbsäulen des spätrömischen Prachtthores zu Rheims. 1
Verwandter Richtung angehörig, wohl ein wenig jünger, istder Cher der Kirche von Montierender 2 (Montier-en-Der,Haute-Marne, unfern van Vassy,) mit einem Halbrund ge-kuppelter Säulen, den zierlich spitzbogigen Arkaden einer Em-pore, einem kleinen gebrochenbogigen Triforium und spitzbogi-gen Doppelfenstern, die von den hier halbrunden Schildbogendes Gewölbes umschlossen werden. Die Anordnung hat etwasSpielendes; die Dienste und die Schäfte der Fenstersäulchen sindmehrfach "durch Ringe getrennt.
Eine Anzahl kleinerer kirchlicher Gebäude der Champagne,zumeist in der Umgegend von Rheims , scheint entschiedener ander einfach romanischen Grundlage festzuhalten, die Anfängedes Gothisclien naiver aus dieser herauszubilden. 3 Dahin gehörtdie Kirche von Bourgogne , deren Chor romanischen Grund-riss und im Aufbau Uebergaugsformen und deren Schiff' schlichtfrühgothische Fassung hat. Dahin die Kirchen von Cernay ,Lavanne, Heutregiville, Betheniville (diese eine ein-fache Kreuzkirche, ohne' Seitenschiffe,) die vonSoudron, Brous-se val - 1 & s - Vas sy, Nauroy, Dampie rr e - le - Ch äte au.Die Pfeiler sind zum grösseren Theil viereckig, mit einfacherHalbsäule als Gurtträgef.
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ln Isle-de-France beginnen die Anfänge des Gothisclienin derselben Frühzeit, in ebenfalls nahem Anschluss an dieUebergänge aus dem Romanischen. Diess vornehmlich in derKathedrale Notre-Dame von Senlis , 4 die, in der zweiten
Auch sonst kommen hier (wie am Aeussereu von Notre-Dame zu Chälons)antikisirende Details vor, z. B. in den kanellirten Säuleheu, welche die Auf-ager, gegen die die Strebebögen geführt sind, stützen. Es ist darin ein ver-wan tes Verhallen, wie in den jüngeren romanischen Monumenten von Bur-“ den Darst. in den Voy. pitt. et rom. vergl. de Caumont, a. a. O.,
} J f 17 ! U1 >d Viollet-le-Duo, a. a. O., p. 96 (10.) — 3 Nach den Darstel-ungen in een Voy. pitt. et rom., die jedoch zum Theil nur aus Grundrissenes e len, so <ass das Urtheil kein abschliessendes sein kann. — 4 Zu den Dar-3 ® ' , 1 n I1 T .?!*. et rom. vergl. Chapuy, cath. franc. und moy. äge mon.
14o, 191, 294. Viollet-le-Duc , dictionn., II, p. 461, ff. (29-31): III, 371, f.lebeking, hurgerl. Baulc., T. 86 1,1
Kugler, Gercliiclite <lor liimkunst. III
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