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die verbaute Kirche St. Frambourg zu Senlis , und die KircheSt. Gervais zu Punt-St.-Maxence, unfern von dort.
In der Picardie: die ehemalige Abteikirche Notre-Dame zuHam, ein, wie es scheint, verschiedenzeitiges Gebäude, besondersbemerkenswerth dadurch, dass hier noch eine Krypta und zwarvon ansehnlichem Umfange vorhanden ist, in massig frühgothi-scher Behandlung; die Kirche von Ailly-sur-Noye und dieKirche St. Pierre zu Roye , beide noch mit romanisirenden Ele-menten; die verbaute Kirche St. Pierre zu Doullens , mit ge-kuppelten Säulen im Inneren ; das Portal der Abteikirchc St.Etienne zu Corbie , bei Amiens; die Kirche von St. Quentin . 1Die letztere ist ein sehr ansehnlicher Bau, mit weitem fünf-schiffigem Chor und einem Kranz stärk hinaustretender Chor-kapellen, in deren Zugängen (wie bei Notre-Dame zu Chalonsund St. Remv zu Rheims, und wohl nach dem Vorbilde derletztem Kirche) je zwei zierlich schlanke Säulen angeordnetsind. Das Jahr 1257 wird als das der Einweihung des Choresbezeichnet. (Die westlichen Theile sind jünger.)
In der Champagne : die Kirchen St. Maclou und St. Pierrezu Bar-sur-Aube , beide noch mit romanisirenden Theilen,besonders m den Uriforien u. dergl.; das Schill von Ste. IVlade-leine zu Troyes , derb frühgothiscli, in den Kapitalen noch mitglanzend romanischen Spätformen (der Chor vom Anfänge des16. Jahrhunderts); die Kirchen von Provins (Seine-et-Marne ):St. Quiriace und St. Ayout, beide ebenfalls mit romanisirendenEinzelheiten, das Mittelschiff von Ste. Croix und die Fat;ade vonSt. Regoul; die Kirche von Rompillon (Seine - et-Marne ) , einansehnlicher, durchgebildet frühgothiseher Bau, überall mit ein-lachen hochspitzbogigen Formen; 2 die Kirche Notre-Dame vonDonnemarie (Seine-et-Marne ); die Kirche von Orbais (Marne ),deren Chor- mit dem von St. Remy zu Rheims verglichen wird;die Kirche St. Jacques zu Rheims, im Querschiff' übergangs-artig. im Langschiff' zuerst primitiv gotliisch, dann in etwas fort-schreitender Entwickelung (der Chor aus spätest gothischer Zeit);die Kirche von St. Menehould 1 (Marne ), u. A. m.
Auch einige ausserkirchliclie Werke, grosse Saalgebäude,welche mit erheblichem Aufwande zur Ausführung gebracht wur-den, sind als charakteristische Monumente der goduschen Früh-epoche namhaft zu machen. — Der erzbischöfliche Pallast zuL a o n 5 neben der dortigen Kathedrale, mit einer stattlichenI ensterarcliitektur (ohne Maasswerk), welche sich dem Style der
1 Zu den Ansichten in den Vöy. pitt. et rom. vergl. Wiebeking, bürgerl.Pauk., T. 85 (Grundriss) und de Caumont, Abeced. , arch. rel., p. 302. 4
Chapuy, moy. äge monum., 285. — 3 Vergl. Selmaase, V, I. S. 82. _ ie
Aiissenansieht dieser Kirche in den Voy. pitt. et rom. im schlichten Fruhgo-thisch. De Caumont, Abeced., a. r., p. 126, führt sie unter denen auf, welchenoch das burgundische System kanellirter Pilaster zeigen 5 He Caumont,AUeeidaire, areli. civ., p. 136.