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Grundriss der Chemie : zum Gebrauch seiner Vorlesungen entworfen von K. W. G. Kastner
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§• 19 -

Die in den vorigen $>■ nicdefgelegten Unterla-chungen haben uns zwar fchon auf dag W«ren deschemifch Verfchiedenartigen — fielt als folches entge-gcngefetzten oder Heterogenen geleitet, und fomit dieMöglichkeit an die Hand gegeben, die Urfache che-ruifcher Anziehung zu erkennen , jedoch heifcht difWichtigkeit des Gegenftandes, das liefultat diefer Uh-ttrfuchungen nochmals fo aufzuftellen, dafs die Erkia-ruiwsmöglichkeit jenes Phänomens daraus auf eine ein-leuchtende und verftändliche Weire hervorgeht, zu■welchem Zwecke es nüthig ift, die Frage felbft erßnäher zu erörtern, oder zu beftimmen, was eigentlichunter cliemifchcr Verwandtfchaft, oder chemifchen Ei-nungsftreben begriffen wird. Es mufs nämlich davonunterfchieden werden, das Streben des Gleichartigen ,Homogenen, fich als folches zu einem durch beßimmtcFormung (die gewöhnlich weiter geht, bis zur Darftel-lang beftimmter Figur) fich beziehendem Ganzen gegen -

Jeitig

und mit demfelben abfolut eins fey. Diefelbe Gleichgültig*keit darf und kann es indefs nicht dem wiflenfchaftlickejiFotfclier feyn , ihm genügt nicht das llofse Kennen der Er-fcheinung, und die wahrfcheinliche Vermuthung über denGrund derfelben, fondern er wird zur Erforfchung deflenangetrieben, was, nach Abwiegung aller Gründe, als derWahrheit am näohfien flehend, cifcheint, fie felbft iß ihmdas Ziel feines Forfchens und Vermeidung alles Schwan-kenden , Halbzutreifenden, das Mittel £e zu erreichen.