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Grundriss der Chemie : zum Gebrauch seiner Vorlesungen entworfen von K. W. G. Kastner
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§• 27 -

Alles finnliclie Wahrnehmen läfst fich im Allgemei-nen zurückbringen auf ein mehr oder minder deutli-ches Empfinden , welches vorausfetzt Selbjtgefükl oderBewufstfeyn der Exiftenz und Fähigkeit aus diefem,blofs auf fich felblt als Individuum befchränkten,' undin das eigne Selbft gänzlich verfunkenen Bewufstfeynherauszugehen, um das außer ihm feyende (feinefämmtlichen Umgebungen, die Außenwelt) zu em-pfangen oder zu erkennen. Schon aus dem Selbltbe-Wufstfeyn leuchtet ein hoher Grad innerer Freyheithervor, jedoch deutlicher noch aus jener, der Außen-welt fich relativ hingebenden Entfaltung eigner Inner-lichkeit , welche durch die Sinne vermittelt, nach Artund Befchaffenheit derfelben, das Umgebende fowolilin Hinficht feiner Aeußerlichkeit, d. i. feiner Körper-lichkeit und was damit zufaminenhängt, z. B. Maße,Form, Geftaltung, als auch in feinen inneren Verhält-uifsen, oder der eigentlichen Thätigkei'tsquclle vonder die Körperlichkeit und die jedesmalige Befondern-heit Produkt und Bezeichnung (Ausdruck) ift — auf-fafst und begreift,

Die Bedingungen, unter denen der eigentliche Ge-brauch der Sinne eintritt (welche beim Menfchen amgleichmäfsigften entwickelt find) reduciren fich zufam-mengefafst auf gegenfeitige mittelbare oder unmittelba-re Berührung des-Sinnorgans und des von ihm wahr*zunehmenden Gegenftandes; das unmittelbar dieferBerührung folgende Produkt ift Erregung des zuvor in

relati-