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der Fall gewesen war. Die Pracht fehlte, einer Umbildung jener For-men, wie sie etwa die Architekten der Renaissance versucht hatten, standeinmal das geschriebene Gesetz der Parts und Model, dann aber auchder Umstand entgegen, dass die nächste Vergangenheit ein weitaus min-der brauchbares. Material bot, als dasjenige war, welches das 15. Jahr-hundert auf das 16. vererbt hatte. Man war also in der Lage, die An-fügung der antiken Schönheit nur auf eine viel gewaltsamere Weise alsdie Römer ermöglichen zu können, d. h. man construirte auf hergebrachteWeise tant bim que mal, und setzte dann gerade soviel Schönheit hinzu,als die Verhältnisse und die Möglichkeit der Benutzung des eigentlichenBaues gestatten wollten.

Diese Schönheit, oder vielmehr die Mittel, sie zu erzielen, sind aberfür jede Gattung von Bauwerken, dieselben; von der Kirche, dem Palast,dem Museum bis hinab zur Apotheke der kleinsten Provinzialstadt sindes dieselben Frontons, dieselben Säulenordnungen, Gesimse, Fenster-bekleidungen und Verdachungen, welche den Frölmdienst zu leistenhaben; der Zweck kam dabei gar nicht in Betracht. Ebensowenig konntedas Material irgend Berücksichtigung finden, zumal dasjenige, für welchesdie angewandten Formen von Bedeutung waren, der Marmor nämlich,dessen Eigenschaften die ; Entstehung derselben hervorgerufen, nichtzu Gebote stand. Ob man daher die verschiedenen Bestandtheilejener schönen Architektur aus Stein, Gyps oder Holz zu bilden sich ge-nöthigt sah, das konnte wenig verfangen, die Formen blieben die gleichen.

Da aber die Schönheit, welcher man auf solchem Wege nachtrachtete,mit dem Zweck des Gebäudes in keinerlei Beziehung stand, so musstesie der Zweckmässigkeit widerstreiten, da die Natur des Materials keineBerücksichtigung finden konnte, so müsste die Dauerhaftigkeit gefährdetwerden. Es war sonach nicht allein die Möglichkeit, sondern beinahedie Notlnvendigkeit jenes Conflictes gegeben.

Wir haben in dem eben Gesagten nur den gewöhnlichen Standpunktder Bauheamten und Baumeister der antikisirenden Richtung bezeichnenwollen. Dass es in derselben hochbegabte Künstler gegeben bat undvielleicht noch giebt, auf welche unsere Schilderung nicht passt, denenes selbst gelungen ist, jenen todten und fremden Formen ein neuesLeben einzuhauchen, sie den modernen Bedürfnissen anzupassen, soll