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Wie bereits oben bemerkt, ist eine gewisse Beziehung der Bogcn-öflnungcn der verschiedenen Stockwerke, und dann eine Unterscheidungder letzteren von einander, je nach ihrer Bedeutung erforderlich. DieGlockenstube erlangt dieselbe eben durch die Anordnung dieser mehr-fachen Bogenöflnungen über den Säulenstellungen des unteren Stockwerks,wie Fig. 768 zeigt, oder auch über einer einfacheren Gestaltung des letz-tem mit geschlossenen Mauerflächen. Es würde aber diese Wirkungwesentlich geschwächt werden, wenn das letztere Stockwerk dieselbeEintheilung in einer concurrirenden Weise aufwiese. Es müsste daher, wennüberhaupt die Zweitheilung für beide Stockwerke angenommen werdensoll, das untere durch mindere Höhe und durch geringere Grösse dereigentlichen Durchbrechungen von dem oberen unterschieden, oder aber,was namentlich in kleineren Verhältnissen vortheilhaft ist, eine der pag-492 angeführten Vereinigung der Triforien mit den Fenstern (s. Fig. 817)analoge Anordnung etwa nach Fig. 817 getroffen werden, wie solche sichin ähnlicher Weise auch an dem Freiburger Thurme, nur unter veränder-ten Verhältnissen, findet.

Ebenso würde aber auch eine verticale Theilung des obersten Stock-werks durch eine freistehende oder anliegende Säulenstellung, und seihstdurch blosses Blendenwerk bewirkt werden können, unter der Voraus-setzung, dass dieselbe nicht schon in dem darunter befindlichen Stock-werk sich in gleicher Weise findet, wie denn überhaupt die Uebereinan-derstellung verschiedener, aber zu einander bezüglicher, und gewisser-maassen einander bedingender Anordnungen, ein charakteristisches Merk-mal des golbischen Thurmbaus abgiebt, jener Wiederholung der gleichenGestaltungen gegenüber, die an den romanischen Thürmen in Deutsch­ land und Italien nicht selten vorkommt und der guten Wirkung dersel-ben ebenso nachtheilig ist als sie dem Wesen der Sache zuwiderläuft.

Während die Höhen der übrigen Stockwerke sich gewissermaassenaus den verschiedenen Höhenabtheilungen der Kirche ergeben, so lalltfür die Glockenstube eine solche Beschränkung weg. In jenen einfache-ren Mauerwerksbauten, die in Deutschland , auf den Lande wenigstens, vor-herrschend sind, wechselt die Höhe etwa von der halben Diagonale einerSeite des äusseren Quadrats bis zu der selten überstiegenen Seite. HöhereVerhältnisse bis zur doppelten Seite finden sich nur an reicheren Wer-ken, und gehören überhaupt schon mehr dem ausgesprochenen Pfeiler-bau an.

Jene bisher angenommene Eintheilung des Thurmes darf, wie esim Wesen der Sache und im Begriff der künstlerischen Freiheit liegt,nicht zu streng genommen werden, sondern mehrfachen Abweichungenunlerfallen, wobei jedoch immer die Zusammengehörigkeit mit der Kirche