576
Die Construction der Steinhelme.
Es unterscheiden sich dieselben nach der Lage der Fugen, nachdem Material, nach der Ausführungsweise der Kanten und nacli jener derFlächen.
Die Fugen liegen entweder wagrecht oder winkelrecht zu der Slei-gungslinie. Die letztere Construction ist der runden Helmform vorzugs-weise angemessen, in soferne danach durch die radiale Richtung d$rStossfugen jede Schicht zu einem in der horizontalen Ebene liegendenGewölbering, und jede Einbiegung der Helmwand dadurch geradehin un-möglich wird. Es sind demnach gewissermaassen die Gegensätze zwi-schen Wölben und Auskragen, welche die beiden Constructionen charak-terisiren. Das Princip des Wölbens findet sich auch in der lothrechtenEbene bei einzelnen Helmen des Uehergangsstyles und der frühgothischenPeriode durchgeführt. Als Beispiele dieser Art führen wir neben denThürmen von St. Leonhard in Frankfurt jenen der gegenwärtig in Trüm-mern liegenden Stiftskirche zu Trepta in Hessen an (s. Fig. 833), wel-cher auf etwa 2 /3 seiner Höhe in steiler Spitzbogenform, von da in einerdurch eine kaum merkliche Biegung angesetzten geradlinigen aufgeführtist. Dabei verlieren sich in der gleichen Höhe die Kanten des Achtecks,welches sonach in den Kreis übergeht, sowie die Construction eben-daselbst aus der einer achtseitigen Kuppel in jene der Horizontalgewölbeumsetzt. Die schwerfällige Wirkung des genannten Helmes liegt keines-wegs in der Spitzbogenlinie begründet, sondern entsteht aus der Art desAufsetzens der Kanten über der vorderen Flucht der Giebelspitzen undaus dem niedrigen Verhältnis des Ganzen. Dieselbe Aufrisslinie findetsich sogar an einzelnen frühgothischen Fialenriesen des Freiburger Mün-sters beibehalten, gewissermaassen als Entasis, und ist jedenfalls bezüg-lich ihrer Wirkung als Form der auch aus constructiven Gründen geradezuverwerflichen, an einzelnen spätgothischen Thürinen verkommenden con-caven Bildung der Helmcontouren vorzuziehen.
Die zur Steigungslinie des Helmes winkelrechte Richtung der Lager-fugen lässt den einzelnen Steinen ihre winkelrechten Kanten, dagegenmüssen die Eckstücke eine zusammengesetztere, aus Fig. 821 ersichtlicheGestaltung erhalten, in ähnlicher Weise wie die einen Gewölbegrath bil-denden Steine (s. Fig. 2066, Taf. 7), eine Nolhwendigkeit, welche beiwagrechter Fugenrichtung wegfällt. Letztere gewährt zudem den Vor-theil,. dass die Fortführung der Helmschräge über die Mauerdicke danachmit grösserer Sicherheit ausgeführt werden kann und mit der Mauermasse