gegen Tetzel, den si. October 1517, am Vorabende zu dem Tage Aller Heiligen anschlug, nachdemPapst Leo X . im Jahre 1516 dieser Kirche einen überaus großen Ablaß bewilligt hatte *).
Die bisherige Stifts - und Hostirche schenkte Friedrich der Weise 1507 **) mit allen Ein-künften und Besitzungen der 1502 gestifteten Akademie, die dadurch eben zu einer der vermögend-stcn Universitäten Deutschlands wurde ***). Vor der Reformation war die Kirche 1434 durchdas Baseler Concilium den Dekanen zu Magdeburg , Halberstadt und Meissen vom Papst Julius II. 4206, den Bischöfen zu Meissen und Brandenburg und dem Abt des Klosters Salfcld von Leo X . 1543, dem Propst des Klosters zu St. Moritz in Naumburg in besondern Schutz befohlen f).
Von dem ehemaligen Geschmeide, welches die Kirche besaß, ist uns nichts als das Anden-ken geblieben, in einer Beschreibung, welche mit so schönen Holzschnitten verziert sind, daß wirsie zum Theil denen des Münchner Gebetbuches von Albrecht Dürer vergleichen dürfen; wir ver-muthen, daß sie von Cranach d. A. herrühren ff). Die einzelnen Gegenstände wurden zur Zeitder Reformation unter die hiesigen Geistlichen vertheilt fsft), verschleppt, verkauft und eingeschmol-zcn. Auch die andern Kunsidenkmale hat vielleicht die damalige Bilderstürmerei Carlsiadts ange-griffen, und was sie übrig gelassen, zerstörte der Brand im siebenjährigen Kriege, wo nur dieDenkmale aus Stein und Erz widerstehen konnten. Aber erst 1525 ließ Friedrichs Nachfolger,Johann der Beständige , in der Schloßkirche eine neue Form .des Gottesdienstes im Sinne desevangelischen Glaubens einrichten.
Eine ausführliche Schilderung des Innern der Kirche ist ohne Bild fast ohnmoglich *);afcer unerläßlich dürfte eine turre Anaabe der cb-maligen Gestaltung und der gegenwärtigen sein,besonders da die verlorenen Kunsischaße so viel Bedeutung hatten. Beim Eintritte von dem freien
«-aber S. 54. ..Auf hundert Zahr aller und jeder Sünden Ablaß , auch wurde die Macht demvi-Naen Stifte ertheil«, die Behaltung dö« gestohlenen und unrechten Gute«, wenn ilch dasselbe! A« Ä 6 er Dukaten erstreckte, und man den, welchem es wieder zuzustellen, nicht wüße, also zu" *t,. n paß das Beichtkind hernach solch gestohlen und unrecht Gut mit gutem Gewissen behal,,en solle. " Die päpstliche Urkunde hierüber hat Meisner S. L 4 st. aus dem akademischen Archive
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« Grohmann« Annal. der Univers. Wittenb. Th. l. S. 45 r-***< Wie beträchtlich die Schenkung war, hat Grohmann a. a. O. au« den Urkunden bei Faber' K 1R1 - IQ 2 . und SpalatiN dargethan; vergl. D. ScheuerH or. de litter. praestantia et landeeccles. colleg. Wittenb. Lips. P . Martin. Herbipol. 1509. 4to. Heller in 2. Cranachs Leben S. 54.Köhlers Beiträgen Bd. ll. S. so i — 206.
Z Zaig!ng ^'e^H°chl-bw?r'di?en Hailigchum« der Stiff.kirche» aller Heiligen zu Wittenberg . G-.druckt -llhi-r im Jahre Chr. ' 5 ° 9 - 4 '°- Die hiesige Bibliothek b sitzt zwei Exemplare auf Pap, rund Pergament. Die Beschreibung davon gieb. Heller S. -55 f. und ff. und ein neuer Ab,
d?n"Rand 7 «nelE?emp 0 la" des'angesühr.en „Zaigung" finden sich die W°ne bei einem Gold,^"a^ckirre: „Ward nicht funden" - und Heller S. 345. fand in einem andern mit al.crHand ge,Eben: „In oer AÜ«heil»ng des Hei-.hums ist Lu.hern dieß S. Eligabe.h.Ehrifialline glas wor,den ist fast das köstlichst gewesen unter den andern allen."
1) Wir müssen auf das bei Gevrgi S. 358. befindliche verweisen.