111
bcrfcHku, als Arme, Beine und Gewänder, wovon der Kern so dünn halte sein müssen, daßman darin keine Eisenstabchett zur Erhaltung anbringen konnte.
Die bronzene» Bildnisse Friedrichs des Weisen und Johann
des Beständigen,
von Peter und Hermann Bischer, in der Schloßkirche.
[Tab. B. C. D. 3
Die Züge aus dem Leben zweier, in jedem evangelischen Lande mit hoher Ehrfurcht genann-ten Fürsten, die wir in der voranstehenden historischen Schilderung derselben zu geben vsr.uchten,hat hier die Hand des Künstlers in einem engern Rahme» zusammengedrängt, und ww wunscheu, daß man in unserer Schilderung die fürstliche Hoheit, den edlen Ausdruck, dasige Vertrauen zu dem Sieg der Wahrheit beider Kurfürsten so wiederfinden möge, wie ihn )>der Künstler gab; immer aber dürfen wir hoffen, den Leser in den Stand gesetzt zu baben, omanchen Zug aus dem Leben in diese Bildnisse übertragen, und wiederum das Leben beider Für-sten durch so manchen Zug aus ihren Bildnissen ergänzen zu können. — ^ ^ ..
Die Arbeit ist aus der Werkstatt Peter Vischers aus Nürnberg *). Die Anordnung ch gschmackvoll dem Gegenstände angemessen. Die Kurfürsten erscheinen in fürstlichem Schmu ^ cfaltenreichen Mantels mit Hcrmelinkragen, auf dem Haupte den Kurhut; mit beidenumfaßt tragen sie das schwere Reichsschwert, welches die Würde des Erzmarschallamts bezeich-net. Zunächst ist ihr lebensgroßes Bildniß zwischen zwei schlanke Säulen von gefälligem Ver-hältniß gestellt, die durch einen verzierten Bogen verbunden sind, ohne daß dadurch d» Figurbeengt oder gedrückt wird. > Ueber dem Haupte erblickt man das Hauswapprn mir drc, gekrön-ten Helmen, darüber zwei Engel, die den Wahlspruch der Für-stcn: „Verbum vomnu manetin Aeiernum“ - „Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit" von einem Rautenkranze umwun-den, zeigen. Neben den Säulen laufen zwei Felder Arabesken, dir ebenfalls mit cvrmthisch ver-zierten Capitalen enden und das obere Gesimse tragen. Als äußerer Schmuck sind zu e,Seiten die Wappen angebracht, welche bis zum istcn Geschlecht die fürstliche Herkunft der Kur-fürsten bezeugen **). Eben so reich und zierlich ist das Fußgestelle, auf dem dir Fürsten Die Knaben, die mit den wundersam gestalteten Stieren spielen, sind vortrefflich gezeichnet^DerGrund, worauf die Figuren stehen, ist ein gravirter, geblümter Teppich. Einfachheit und Wahr-heit in Stellung, Bekleidung und Ausdruck geben beiden Gestalten eine gewisse Großheck, wodurch selbst diese reiche Umgebung von Arabesken, Wappen und Säulen nur zu einem dienendenSchmuck herabgesetzt wird, und sich nicht sclbstständig geltend macht. Die Anordnung und
*) Sandvar, in seiner Akademie nenn, diesen Peter Bischer; „Rachschmidi," und sag«: „Kunstlied,Hader und Poieniaten besuchten ihn in seiner Giebhütie." ,
**) Dieser Meinung ist auch M-i-PuS- L. I. pag. 30 . lateribus s.atuae ex eodem *erej^ 'signia 16 Majorum , testantia eum in ««tam et decimam generauonem negue Principe» essecollocatis supra caput regionum e» provinciarum suarum insignibus,