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Wittenbergs Denkmäler der Bildnerei, Baukunst und Malerei / herausgegeben von Johann Gottfried Schadow
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139
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sich den Gedanken zu einem Denkmal des großen Reformators angeregt und mit so gluälictfemErfolg verbreitet hat, gern in die erhabene und einer würdigen Ausführung des Denkmals an-gemessene Absicht Sr. Majestät des Königs, in dessen Hände sie schon früher mit ehrerbietigemVertrauen Entscheidungen in dieser Angelegenheit übergeben hat, eingehen und die vorhandenenMittel hergeben wird. Das Ministerium behält sich vor, der Gesellschaft die genehmigte Zeich,nung des Denkmals und die Berechnung der Kosten vorzulegen, und versichert sie, daß ihrer soverdienstlichen Bemühungen um dieses Denkmal auf solchem an einem schicklichen Orte öffentlicheErwähnung geschehen, über den Gang der Sache zur gänzlichen Rechtfertigung Ihres Benetz-mcns aber das Erforderliche bekannt gemacht werden soll, und daß sie sich auch noch besondereBeweise der Allerhöchsien Huld Sr. Majestät zu erfreuen haben wird, welche jeden Ihrer, dasBeste der Sache betreffenden Wünsche befriedigen dürste.

Berlin den 16. December 1817.

Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelcgenheiten.

An Altenstein,

den Herrn Prediger Schnee, Vorsteher derMansftldschen Literatur-Gk,cvscyafl.

D. Martin Luthers Trink-Krug auf der Königs. Kunstkammer zu

Berlin .

Nebst einer lilhographireen Abbildung desselben.

Den Verehrern des großen Reformators wird es nicht unlieb fein, zu erfahren, daß sicheine wohlerhaltene Reliquie von dem täglichen Tischgcräthe desselben gegcmvärtig auf der Königl.Kunstkammer in Berlin befindet. Es ist dieß der schlichte Trink-Krug des großen Mannes, einGefäß, wie es sich zu seiner Zeit wohl in allen bürgerlichen Haushaltungen zum Behuf desBiertrinkens bei und außer der Mahlzeit vorfand und heut zu Tage sich wohl noch, zumal rm süd-lichen Deutschlande, zu demselben Zweck hin und wider in den Bürgerhäusern, Refektorien derKlöster und den Gaststuben der Wirthshäuser zu finden pflegt.

Die beiliegende lithographirte Zeichnung giebt davon eine buchstäblich genaue Abbildung inder Größe des Originals von der einen Hälfte, welcher die entgegen gesetzte in allem vollkom-men entspricht.

Die Höhe des Ganzen beträgt mit dem Dcckelknopfe 13 Zoll, der Durchmesser oben 3 Zoll,unten 4$ Zoll. Der Fuß ist mit drei zinnernen, eingelassenen Ringen umgeben, die Mündungmit einem i£ Zoll hohen zinnernen Reif. Der Deckel besteht gleichfalls aus Zinn , ebenso dergekrümmte Henkel, welcher einen abgebrochenen Henkel, ursprünglich aus derselben Erdart, wor-aus der Krug selbst besteht, ersetzt. Oben auf dem Deckel ist mit altdeutschen und römischen

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