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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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192
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Prometheus.

Selten scheint von den Vasenmalern die Fabel des Pro-metheus aufgenommen worden zu seyn: sie war zu tiefsin-nig und die alle Dichtung, deren Grundlinien sich nicht auf-geben Hessen , verlief sich zu sehr in das Ungeheure undeine roh gewaltige Ausdrucksweise. In einer sehr altenKylix von Cäre J ) sitzt dem an eine Säule angebundnen Ti-taniden ein ungeheurer Adler auf dem Schoosse, unter des-sen Atzung unten das Blut abfliesst (ohne dass durch Zer-tleischung die Gestalt verletzt erscheint). Mit ihm ist, nichtSisyphos, der in der Unterwelt büsst und den Stein nichtträgt, sondern wälzt, vielmehr Atlas verbunden, der Bru-der des Prometheus , welcher ebenfalls nach Hesiodus ge-straft wird indem erstehend mit dem Haupt und unermü-deten Armen die Last der Himmelswölbung trägt. Dieseist zwar nicht rund gezeichnet, sondern eher einem grossenSteine gleich: aber ähnlich ists auch auf dem EtrurischenSpiegel bei Gerhard Taf. 137, wo nur die zugesetzten Sterneden Zweifel abwehren, der an der Vase durch deren Aus-lassung veranlasst wird. Noch weit alterthiimlicher ist dieZeichnung einer Vase aus Chiusi im Berliner Museum N. 1721und ohne Milderung der Hesiodischen Strafe des Prometheuswegen seines an den Göttern zum Vortheil der Menschenbegangenen Opferbetrugs. 0. Jahn hat davon in seinen

1) Bulletl. 1835 p. 41, Gerhards Auserles. Vasenbiider II Tal 86.Mus. Gregor. II lav. 67, 3.