2 393ſich nach den Vorriſſen des Simſes. Alſo kan an einem Krantz der Rinne-leiſten mit ſeinem Uberſchlag eine, der Krantleiſten mit ſeinen Gliedern obenauf die andere, die Sparren⸗oder Dielen⸗Koͤpfe die dritte, und dit uͤbrigenGlieder hinunter die vierte Reihe Ziegel geben. An die Ecken muß man ausStein gehauene Stuͤcke ſetzen⸗ Hernach nimmt man eine nach dieſem Stuͤckegehauene Lehre und ſtreichet den Ziegel⸗Krantz mit einem zarten Marmor-Gips, oder Bewurf von Kieſel⸗oder Pflaſterſtein Mehl glatt aus. DieSparren⸗Köͤpfe duͤrſſen dahero auch nur die ungefehre Geſtalt an den Zie-geln haben, und hernach ſolcher Bewurf darauf gemachet werden, dareinman das Laubwerck, die Schnecken und dergl. mit Formen eindrucken kan,welches in freyer Luft vortrefflich halt, ja man konte, wo Mangel an Stei-nen iſt, ſo gar Saͤulen⸗Staͤmme aufſolche Weise zu wege bringen.
Die Daͤcher zu zieren, kan man die Ziegel mit allerhand Farbe glaßuͤ-ren. In Schwaben ſind ſolche Ziegel⸗Daͤcher gar gemein, aber auch gar zubund und wunderlich ausgezieret. Man kan die Daͤcher beſſer mit gemeinenrothen Ziegeln decken, und nur mit gelb⸗blaulicht oder ſchwarz glaßuͤrtenZiegeln einfaſſen. Man ſelte dieſe auch aus gewiſſen Formen ſtreichen, daßſie wie Campanen; wie man um die Zelte machet, ausſehen. f
Solcher Geſtalt laſſen ſich auch Ziegel von gewiſſen Formen ſtreichenund glaſſuͤren, ſchoͤne Boͤden damit auszuſetzen.
XIV. r.
Anmerckung zu dem Diſcours vom Mahlen und Anſtreichen.Sandlend vom Verkleiden und Bewerffen hoͤltzerner Waͤnde.
S wird ſich hieher wohl ſchicken von Verkleidung der hoͤltzernen
Waͤnde, von welchen oben in der Anmerckung vom Zimmerwercke
ehandelt worden, etwas zu reden, weil dieſts der Grund iſt, wenn manolche Waͤnde mahlen oder anſtreichen will.
Die hoͤltzerne Waͤnde zu bewerffen, muß man die Hoͤltzer dicke mit ei-ſernen platten Naͤgeln, die Fuͤllungen aber mit Zapfen von harten Holtzdicke beſchlagen, daß ſie ſo weit heraus ſtehen als der Bewurf werden ſoll.Es kan nicht ſchaden hernachmals das Holtz ſo wohl als die Fuͤllungen einwenig loͤchericht zupicken. Man kan auch Rohr auf die Naͤgel mit Drathebinden, darauf wird hernach ein Bewurf von zuſtoſſenem Kleſel oder Pfla-ſterſtein⸗Mehl, oder zur Noth auch von Ziegelmehl und Kalch gemachet,der Kalch muß aus harten Steinen gebrandt ſeyn, und recht trockner harterSand dazu genommen werden. Es muß der Bewurf nicht gleich auf ein-mal, ſondern auf dreymal angetragen werden. Allezeit wenn der erſte anfaͤn-get zu trocknen, den andern darauf. Der erſte muß auch etwas groͤber als
der andere, und dieſer etwas groͤber als der dritte ſeyn. Auf dieſen drittenBewurf kan man hernach erſt N N was man will. 86. ie