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Man war von Seiten der Aerzte schonlange aufmerksam auf die Ursachen derden Handwerkern eigenthümlichen Krank-heiten,' um den Heilplan darnach einrich-ten zu können und sich um so wenigerin der Diagnose zu irren. Man findet dar-über sehr viele, aber zerstreute, Erfahrun-gen bey vielen Schriftstellern, wovon ichnur Senuert, Henkel, de Haen , Morgag ni , Stoll, Lancisius , und lange vor die-sen Hippoerates und Galenus als BeyspieleanPühre. Aber der Italiäner Rnnazziniwar dererste, der ausführlich und in einergewissen systematischen Form von denKrankheiten der Künstler und Handwerkerhandelte, a) Freylich trifft sein Werk somancher Tadel, allein da er keinen Vor-gänger hatte, so sind seine Verirrungenleicht zu verzeihen, indem nichts voll-kommenes auf einmal entsteht. Die Trock-enheit des Gegenstandes verleitete ihnzu ungeheuren Digressionen, seineRaison-nements sind öfter fad, auf blosen Muth-mafsungen gebaut, und riechen sehr stark,
wie
») De morhis artificum Diatribe ist der Titelseines Werkes, das 1700 zu Modena her-auskam.