Einleitung. 55
so sanfte Fesseln an die Welt hielten, der die Au»gen nirgend hinwenden konnte, daß sie nicht einemFreunde begegneten, der endlich nichts um sich sah,als Ursachen das jeden zu lieben, soll, wie mansagt, einige Schwachheit, einigen Schmerz, sovielen so geliebten, so zärtlichen Gegenständen *)so bald entrissen zu werden, bezeigt haben.") DerHerzog von Valois, der in Thränen zerfloß, trö«stete ihn, sprach ihm Muth ein, in diesen Augen-blicken, in denen die unglückliche Menschheit so vielMuth und Trost nöthig hat; er beschwor ihn, nochdas Beste zu hoffen; kein Mensch in der Thatglaubte, daß er in Gefahr wäre; wenige Stundendarauf starb er in den Armen des Herzogs vonValois.
Welchen König wird die Verleumdung wohlschonen, da sie Ludwig den XU. nicht geschont hat?die Hoflcute, die er nicht mit dem Blute des Vol-kes mästete, haben sich unterstanden, ihn des Gei-zes zu beschuldigen; einige von ihnen, die mißver-gnügt darüber waren, daß sie die Gnadengehaltenicht erlangen konnten, die sie als eine schuldige Be-lohnung ihrer Dienste betrachteten , rächten sich miteiner äußersten Frechheit v). Sie beredeten dieKomödianten, welche damals die Verwegenheit al-legorischer Vorstellungen bis zu ärgerlichen Aus»sthweisungen trieben, ich weis nicht, in welcher
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*) Er war nicht älter als drey Äiid fünfzig Jahre.