404 Zweytes Buch.
tage, den er daselbst hielt, ausfodern *), indemer, durch diese bis zur Thorheit verwegne Hand.lung, zugleich dem Kaiser und dem ganzen Rci»che trotzen wollte. So hatte man im JahreiM einen bloßen Hxrzog von Geldern den Ko-nig Carl den VI. ausfodern gesehn, der an sei-nem Hofe zwanzig Herren hatte, die alle mäch-, tiger waren, als dieser schwache Feind. DerCardinal von La Marck fand diesen kühnen Ein«fall so unvernünftig, daß er seinen Bruder ver<ließ, und zum Dienste des Kaisers Truppen warb;Sickingen blieb auch damals Carln getreu.
Die Aussöhnung des ia Marck mit Frank-reich war eine glückliche Begebenheit für Fleuran-gen, der dem König allzeit treu-geblieben war,und sich durch den Tractak, den La Marck mit demKaiser geschlossen hatte, enterbt sah §). Dieser
Tractat
*) Alle Geschichtschreiber sagen es, und wir haben ge-glaubt, daß wir uns von einer so allgemein ange-nommncn Meynung nicht entfernen dürsten; indeßsagt der Marschall von Fleuranges, dem eine so glän-zende Anekdote seines Hauses nicht unbekannt seynkonnte, und der zu der Aussoderung seines Vatersnoch seine eigne hinzufügte, daß die beyden Ausfo«derungen an Margarethen von Oesterreich gerichtetworden seyen, als an die Stadthalterlnn des Kaisersüber die Niederlande, und daß sie dein Kaiser zuWorms davon habe Nachricht geben lassen- .r) Ivlem. lle Ickeuranges.