4Z0
Zweytes Buch.
> seine Flucht, und setzt die Franzosen, denen er diei' Anzahl seiner Truppen verbirgt, in die größte Unge-wißheit; einige glaube», daß es der Kaiser in Per-son mit seiner ganzen Armee ist, und daß es ver-wegen seyn würde, ein Haupttreffen im Finstern zuliefern; andre behaupten, daß es nur ein abgeson-dertes Korps ist, das sich in Unordnung zurück zieht,und das man leicht aufreiben würde, wenn man esangreifen wollte. Dieß letzte war die Meynungdes Connetable von Vourbon, Ludwigs de la Tr?-moille, des Marschalls von Chabannes, und allerder erfahrensten Generale. Die erste Meynung,welche der Herzog von Alcncon und der Marschallvon Chatillon unterstützten, bekam das Uebergewichtdurch die Ranke, welche damals die Armee ver-uneinigten. Die Herzoginn von Angouleme hattedem Marschall von Chatillon aufgetragen, daß erden König verhindern sollte, sich zu sehr in Gefahrzu setzen, und behutsame Rathschläge selbst anzuge-ben, oder andrer ihre zu unterstützen. Ausserdemwollte sie sich an dein Connetable rächen, der sieverachtet hatte, und der König ihr Sohn folgteihrem Haffe; er gab dem Connetable, bey diesemUebergang über die Scheide, ein em ostndliches Miß-vergnügen. Der Connetable hielt es für ein Vor-recht seiner Würde, den Vortrupp anzuführen, undder König gab dieses Kommando dem Herzoge vonAlencon. So opferte der König auch sein Verlan-gen , das Treffen zu liefern, dem Verlangen auf,dem Connetable zu widersprechen, und ihn zu kran-ken. Vergebens baten la Trcmoille, Chabannes
und