Erstes Kapitel. 29
beraubt. Sie entschlossen sich also diejenige Sachezu unterstützen, die ihnen die gerechteste scheinenwürde; überdem mußte ihr Stolz geschmeicheltwerden, wenn sie gewissermaßen die größtenMächte von Europa vor ihren Richterstul citirenkonnten. Der Cardinal von Sion lebte noch; erhaßte die Franzosen mehr als jemals; er war inZürch, wo er Geld ausstreuete, Versprechungenverschwendete, und seine gefährliche Beredsamkeitanwandte. Er malte den König ab, als einen Ab-trünnigen, als einen geschwornen Feind des Pabstesund der Kirche, als einen abscheulichen Störer derRuhe von Europa. Der Vorfall bey Reggio wardals ein grauliches Verbrechen, als eine gewaltthati-ge Feindseligkeit vorgestellt: alles Häßliche des An-griffs ward auf den König von Frankreich geworf-fen, und zum Beweist diente die Aufführung desKönigs von England, der eben so mißvergnügtseyn müßte, als Franz der I. weil er sich vergebensum das Kaiserthum beworben, und der sich gewißmit Franzen gegen den Kaiser verbunden hatte,wenn dieser auf einige Weise als der angreifendeTheil hätte angesehen werden können.
Die französischen Minister, Lamet und DesReaux negociirten in Luzern; wiesen den Ungrundaller dieser Beschuldigungen, übergaben den Can-tons einVerzeichniß der freundschaftlichen Dienste,die der König dem römischen Stule erwiesen, undder Undankbarkeiten des Pabstes; Sie schoben,durch eine natürliche Gegenanklage, auf den Kai»
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