Band 
Zweyter Theil.
Seite
64
JPEG-Download
 

64 Zweytes Buch.

ohne ihnen Leid zu thun, und kamen also in die1521 Stadt.

In diesem Strome eines günstigen Glücks be-mächtigte sich Vitelli *) ohne Mühe der StädteParma und Piacenza: Dieser letztere Ort war ohneBesatzung geblieben, seitdem Lautrer seinen Bru-der, den Marschall von Foix, und den Prinzenvon Bozzolo daraus abgerufen hatte.

Der Pabst erhielt alle diese glückliche Zeitun-gen mit einem male. Die Freude, die er darüberempfand, war so unmäßig, daß sie, wie man sagt,ihn das Leben kostete. Er hatte mehr als einmalgesagt, er wollte mit Freuden sterben, wenn er nursähe, daß Parma und Piacenza den Händen derFranzosen entrissen wäre. Dies Wort schien ihmdas Todesurtheil zu sprechen. Er starb den 2tenDecember, nach einer dreytägigen Krankheit'').Einige schreiben seinen Tod der übermäßigen Freu-de zu, die ihn erstickt haben solle; einige beschuldi-gen seinen Kämmerling, den Barnabas Malespi-na, der sein Mundschenk war, daß er ihn mit Giftvergeben habe. Kann denn ein großer Pabst nichtjung, und eines natürlichen Todes sterben? We-nigstens scheint es gewiß zu seyn, daß ihn ein hef-tiges Fieber mit einem Stecksiuß aus der Welt ge-rissen habe.

Dieser, in gegenwärtigen Umstanden so wich-tige Vorfall konnte die ganze Lage der politischen

Ange-

Z) Lelear. l.. i6.

*) Vikelli war derjenige, der bey der conföderirten Ar«

mee die Truppen der Florentiner anführte.