Band 
Zweyter Theil.
Seite
212
JPEG-Download
 

212

IZ2Z

Zweytes Buch.

Dem sey aber wie ihm wolle, so glaubte doch Bou-nivet nicht, daß er einen Orr so leicht würde zwin-gen können, der von fünfzehn tausend Mann Fuß-volk, acht hundert Lanzen, und eben so viel an leich-ter Reuterey vertheidiget war, und wo der Haß ge-gen die Franzosen jeden Bürger bewaffnet habenwürde, wenn auch sonst keine Soldaten darin« ge-wesen wären. Er befriedigte sich also damit, daßerden Ortblockirte; ersah es selbst als ein Ver-dienst an, daß er sich nicht, wie Lautrer und andreGenerale, von dem ungestümen Feuer seiner Fran-zosen hätte hinreisten lassen, sondern daß er alle sei-ne Schritte nach der Lage der Umstände, nach demGenie der Völker und der Generale, mit denen erzu fechten hatte, abgemessen hatte: er dünkte sichetwas damit, daß er die kluge Lebhaftigkeit desHan-nibals, mit der bedächtigen Langsamkeit des Fabiuszu vereinigen wüßte- Man giebt vor, die Mey-länder selbst, die in seiner Armee waren, und dieeine Plünderung ihrer Vaterstadt besorgten, habenihm zu einer Blockade gerathen: sie bathen sich ei-nige Tage aus, mit ihren Freunden, die in Meylandwaren, zu unterhandeln; sie gaben Bonnivet dieHoffnung, daß eine freywillige Uebergabe des Ortsvielleicht eine Frucht ihrer Tractaten seyn könnte.Dieser Aufschub gab den Belagerten Zeit, ihreMau-ren aufzurichten, die Gemüther wieder zu beleben,und alles zu einer tapfern Gegenwehr zu veranstal-ten. Der unermüdete Morone, der dem Herzogevon Meyland nützlicher war,.als die geschicktestenGenerale, sprach Bürgern und Soldaten Muth ein,

ver-