Band 
Zweyter Theil.
Seite
351
JPEG-Download
 

35 !

Eilftes Kapitel.

ster Geschwindigkeit einige Truppen aufgebrachthätte, die in Champagne und in der Piccardie 1525zerstreut tagen; er gieng diesen Straßenräubern ei-ligst entgegen, ob er gleich gegen funfzehen tausendnicht mehr als sechs tausend Mann ins Feld stellenkonnte: Er fiel ihnen bey Saverne auf den Hals,und hieb acht bis zehen tausend derselben nieder, dieübrigen versoffen im Rhein, oder verliefen sich inden Gebirgen, und der Rhein diente gegen dieStreifereyen dieses Gesindels allezeit zur Schutz,wehr. Die Neider des Grafen von Guise warfenihm vor, daß er die Truppen, die noch das letzte ,Rettungsmittel des Staats abgaben, tollkühn blosgestellt, und klüger gethan hatte, wenn er in Loth-ringen, Burgund und Champagne hatte sengen und ,morden lassen. Der Kanzler dü Prat, der viel-leicht mit zu diesen Neidern gehörte, wußte der Her-zoginn von Angouleme beyzubringen, daß der Grafvon Guise einen Fehler begangen hätte; allein die 'Herzoginn von Angouleme konnte es dem Königenie überreden, der mit größerer Gerechtigkeit, undweniger von Vorurtheilen geblendet, erkannte, daßder Graf von Guise der Krone Frankreich den wich-tigsten Dienst gethan habe. Er belohnte ihn inder Folge durch eine Gnadenbezeugung, die damalsfast ohne Exempel war, und erhob für ihndieGraf-schaft Guise zum Herzogthum, mit dem Range ei-ner Pairie. Dergleichen Erhebungen waren bis-her allein zum Vortheile der Prinzen vom Geblütsgemacht. Das Parlement that gegen diese Neue-rung Vorstellungen, und trug sie erst nach wieder-holten