Eilfttes Kapitel. z6l
bittern, den die schlechte Beobachtung dieses Tra-ktats dem Pabfte schon einblies ->): Sie hatten ihngern in eine Ligue gegen den Kaiser gezogen, dessenMacht zu fürchterlich ward.
Die Fürsten Italiens hatten nur zwey Par-teyen vor sich, davon sie eine wählen mußten: siemußten entweder alle ihre Macht vereinigen, unddie glücklichen Waffen des Kaisers zurückhalten;oder sie mußten, wenn sie sich trenneten, sich vordem Kaiser demüthigen, und das Joch küssen, daser ihnen auflegen wollte. Der Schrecken, der da-mals ganz Italien erfüllete, rieth ziemlich zum letz-tem; die erstere Partey hingegen erfoderte Muthund Eintracht, und gleichwohl war es sehr spät, sichdem Ueberwinder zu widersetzen.
Inzwischen fanden sich doch zween Umstände,durch welche die Italiäner etwas kühner werdenkonnten :i) die Bewachung des Königs imMeylän-dischen erfoderte eine Menge Truppen: so einenwichtigen Gefangenen konnte man nicht ängstlich ge-nug hüten, in einem Lande, wo die Authorität desKaisers blos eine Wirkung der Gewalt war. Lan-noi, der die Bewachung Franz des Iten insbeson-dre zu besorgen hatte, war mißtrauisch gegen jeder-mann, und furchte sich für alles. Sforza konnte, wenner dem Könige auf freyen Fuß verhülfe, und mit .ihmunterhandelte, sich einen auf beständig ruhigen Be-sitz des Herzogthums Meyland versichern, einen Be-sitz, in welchem er im geringsten nicht von dem Kai-ser abhienge. Bourbon konnte durch so einen wich-Z 5 tigen
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