Eilftes Kapitel. Z6z
eaten aufdie Bedingung verschafft; daß er sie wiederheraus geben sollte, wenn er den Tractat nicht hiel-te. Er hielt den Traetat nicht, und gab das Geld *5^5nicht wieder heraus. Man zog ein hundert tausendDucaten von dem Herzoge von Meyland, demman für die kaiserliche Investitur nachher nochganzungeheure Summen abpreßte.
Die Venetianer übereilten sich nicht, dem Unter-könige die Summen auszuzahlen, die er ihnen ab--foderte, und sie befanden sich wohl dabey.
Da also Lannoi für die Besoldung der Truppengesorgt hatte, so wollte er nun auch der gefährlichenBewachung des Königs loß seyn, und durch einefeine List erhielt er seinen Endzweck. Die Unter-handlungen über Franzens Freyheit wurden schläf-rig getrieben; man verwarf in Spanien die Vor-schlage des französischen Hofes, und diejenigen, dieder spanische Hof machte, wurden in Frankreich ver-worfen: alle diese wechselseitige Vorschläge mußtenüberdem nach Spanien, Frankreich und Italien ver-sandt, und in diesen verschiedenen Landern überlegtund entschieden werden. Diese Umschweife ver-ursachten Weitläufigkeiten und Ungewißheiten; derKönig ward ungeduldig, der Kaiser wollte bald die-ser bald jenes, und suchte Zeit zu gewinnen: mankam in keinem Punkte weiter. Lannoi °), der dieGrämlichkeit des Königs mit Augen sah, undwußte, wie sehr so eine Langsamkeit dem lebhaftenund feurigen Charakter desselben unerträglich seynmüsse, sagte ihm, wenn er nach Spanien gehen,
und
o) Lelcsr. läb. IZ. n.zz.