Band 
Zweyter Theil.
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Eilftes Kapitel. Z9 r

mit ihm, mit dem freyen Wesen, das rr sowohlanzunehmen wußte, und in welchem Franz der I.kein Mißtrauen setzen konnte.

Die Herzoginn vonAlenzon ward am spanischenHofe sehr wohl aufgenommen, sie war, so lange siesich daran aufhielt, desselben Vergnügen: Es schien,der Kaiser fand die größte Annehmlichkeit in ihrenUnternehmungen: die Hoffnung des Bruders undder Schwester lebte wieder auf; die Zusammenkunftder beyden Monarchen that auf den Kranken eineschleunige Wirkung, in wenig Tagen war er außerGefahr: ober es dauerte lange, bis er wieder zuKräften kam. Wie ihn der Kaiser wieder herze«stellt sah, veränderte er die Sprache, und bestundauf dem Artikel von Burgund so hartnäckig als je-mals. Die Herzoginn von Alenzon konnte nichtserhalten, die Zeit ihres freyen Geleits gieng zu En«de, und sie mußte das spanische Gebiet wieder ver-lassen. Man sagt, sie sey auf das eiligste geflohen,nachdem sie einen Brief ohne Namen von dem Her.zöge von Bourbon erhalten. Dieser Brief gab ihrdie Nachricht, daß der Kaiser durch alle möglicheArt von Ehrenbezeugungen sie an seinem Hofe zu be»halten suchte; aber er erneuerte ihr frisches Geleitnicht, weil er entschlossen wäre, sie in Verhaft zuziehen, so bald die Zeit des ersten GeleitöbrlefeSwürde verstrichen seyn.

Der König, der zuletzt alle Hoffnung verlor,faßte eine Entschließung, die seines großen Herzenswürdig und fähig war, allen Geiz Carls des V. zubetrügen: Er übergab seiner Schwester, wie sie nach

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