Band 
Zweyter Theil.
Seite
407
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Zwölftes 'Kapitel. 407

Er befahl in dieser Absicht eine Versammlungdes ParlementS auf den irten Dec. des Jahrs 1527, 1526

darinn er selbst persönlich gegenwärtig war.

Diese Zusammenkunft war so feyerlich, als eSder Gegenstand erfoderte, der darinn ausgemachtwerden sollte. Der König hatte in seinem Gefolgeverschiedene Cardinäle und Erzbischöfe, eine großeAnzahl von Bischöfen, Prinzen vom Geblüt, Or-densritter , eine Menge von Adel; und mit den Be-dienten des ParlementS von Paris waren die De-putieren der Parlementer von Toulouse, Bourdeaup,

Rouen, Dijon, Grenoble und Air, und der Stadt-magistrat von Paris zusammen getreten. Der Kö-nig ließ sich gleich Anfangs von der ganzen Ver-sammlung einen Eid ablegen, daß sie von demjeni-gen, was er ihnen entdecken würde, nichts nachsagenwollten. Darauf schilderte er mit wenig Wortendie ganze Geschichte seiner Regierung; er sagte, beyseiner Gelangung auf den Thron habe er eine Mil-lion und acht hundert tausend Livres Kronschulden,die Gensd'armerie nicht bezahlt, und noch weit meh-rere Mißbräuche gefunden, die er zu heben gesuchthätte.

Indem er von seinem unglücklichen Fekdzuge inItalien sprach, sagte er: Sind meine Untertha-nen unglücklich gewesen, so habe ich es mit ih-nen empfunden. Ein Zeugniß, das viel Könige,selbst in damaligen Zeiten, sich nicht geben konnten.

Er erzählte hierauf die ganze Geschichte seinerGefangenschaft *); Er ließ das Edict ablesen, dasCc 4 er

*) Colberts Msscrts. lom. i. jn den Nachrichten, die

das Parleinent betreffen.