Band 
Zweyter Theil.
Seite
411
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, Zwölftes Kapitel. 411

„dauren, oder die Kriege mit der größten Barba-„rey geführt, und frevelhafte Waffen mit Fürsten-„blute besprühet werden müßten.

Der edelmüthige König Johann, der die merk-würdigen Worte sagte: Wenn Treue und Wahr-heit auf der Welt verloren waren, so müßteman sie in dem Munde der Könige wieder fin-den, war weit entfernt von der Meynung, daß eineim Gefängnisse gemachte Verbindung null und nich-tig wäre: wie er hörte, sein Sohn, der Herzogvon Anjou, sey aus England, wo er als Geisel seynsollte, entflohen, so gieng er selbst wieder hinüber,sein Wort zu halten, und die Ranzion seines Sohnsabzuthun.

In diesem Vorfall war Johann unstreitig grös-ser als Franz: allein wir müssen jenen bewundern,und diesen mehr beklagen, als tadeln.

Auf der Ligue berührte die einzige HoffnungderFreyheit der Prinzen, und der König überließ sichderselben vollkommen n). Diese Ligue, die in ih-rem ersten Ursprünge nichts mehr als eine Verschwö-rung gewesen war, nahm eine gesehmäßigere Ge-stalt an, und nennte sich die heilige Ligue, dennder Pabst war das Haupt davon. Er nahm dieFlorentiner darinnen auf, aber die Vcnetianer konn-ten nicht erhalten, daß der Herzog von Ferrara da-zu gelassen wäre. Die Schweizer hatten einenAntheil daran, denn man brauchte ihre Truppen,und der König von England , weil man sein Geldnöthig hatte. Dieser ward zum Schutzherrn derLigue erklärt, und that nichts für dieselbe.

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1526

n) Lelcsr. I-. 18. n. 55.