416 Zweytes Buch.
t-x-, gen, den Thränen dieser unschuldigen Opfer, in ihren
1526 infamen Lüsten stören zu lassen. Diejenigen, dieMeyland ehemals in seiner Herrlichkeit gesehen hat-ten, konnten es nicht mehr. Der Handel, diese Quel-le von Reichthümern, die Künste, die er nähret, diePracht, die er zeugt, und wieder unterhalt, Freu->denfeste, Vergnügungen, und Annehmlichkeit, alleswar aus dieser unglücklichen Stadt geflohen. Siewar nichts mehr, als ein ungeheurer wüster Kerker,in welchemtäglich tausend Gefangene in der Schan-de und der Wuth ihren Geist aufgaben: die Ma-gazine waren ledig; die Laden der Kaufleute ver-lassen, die Häuser verschlossen: Gold, Silberundalles kostbare Geräthe in der Erde vergraben; kei-ne Verbindungen, keine Gesellschaften; kaum sahman noch hie und da in den Straßen einige trauri-ge Bürger sich ganz kraftlos schleppen, in Lumpen,halb nacket, Schmach und Elend auf der Stirn,und Verzweiflung im Herzen p).
Die Meyländer hatten sich etliche mal an denKaiser gewandt; sie hatten ihn, bey seinen eigenenVortheilen, bey den heiligen Rechten der Mensch-lichkeit beschworen, das Uebermaaß ihrer Drangsa-le zu erleichtern. Der Kaiser, der diese Drang-sale nicht sah, der sie vergrößert zu seyn glaubte,und der seine Soldaten nicht bezahlen konnte, thatden Meylandern einige allgemeine und nichtöbe-deutende Versprechungen: Diese Versprechungenmachten ihre Leiden nicht erträglicher, und die Zeithäufte sie.
Dies
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