426 Zweytes Buch.
so nützliche Diversion nicht machen, und so ward dieseUnternehmung krebsgängig.
Endlich kam der Succurs zu Lande, den der Kö-nig der Ligue leisten sollte, in dem Piemontesischenan; er bestund aus fünf hundert französischen Lanzenund vier tausend Mann Fußvolk. Der Marquisvon Saluzzo war General davon, und der Königselbst sehte eben nicht das größte Vertrauen auf seinekriegerischen Talente.
Die Ligue bekam noch neue Bundesgenossen.Eben der Medequin, der Marquis von Marignan,der einen so großen Einfluß in den Sieg bey Paviagehabt hatte, indem er durch Eroberung von Chia«venna bie Graubündter gezwungen hatte, die franzö«fische Armee zu verlassen, war in Lodi, bey der Armeeder Conföderirten, eben wie Sforza nach der Ueber«gäbe des Citadells von Meyland daselbst ankam.Medequin, der sein Secretar gewesen war, und ihnmit so vielen Verrathereyen, und sonderlich durch dieUeberraschung von Muffo beleidigt hatte, konnte sei»nen Anblick nicht ausstehen, und verließ die Armee:er war so stolz, daß er mißvergnügt schien, über denVorzug, den die Ligue dem Sforza über ihn gab,und bewies sein Mißvergnügen mit einem noch trotzi-gern Stolze dadurch, daß er den venetianischen Gesand«ten nach Frankreich, unter dem Vorwande einziehenließ, daß, ihm die Ligue für seine Werbungen in derSchweiz noch Gelder schuldig wäre. Die Graubünd-ter hatten ihnen Chiavenna wieder genommen: alleiner drückte sie durch die Auflagen auf die Schiffe desComer Sees, wovon ihn seine Stadt Musso Meistermachte, so sehr, daß die Graubündter, um dieses Zolls
und