Band 
Zweyter Theil.
Seite
460
JPEG-Download
 

46c> Zweytes Buch.

Der Kaiser hatte sich, dem Scheine nach, überFranz des I. Gefangenschaft nicht gefreut t); über dieGefangenschaft Clemens des VH. schien er sich zubetrüben. Man hat sorgfältig bemerkt, daß er fürdie Befreyung des Pabstes öffentliche Bechstundenanstellen ließ, und darüber hat man ihm eine grobeHeucheley vorgeworfen, als ob er sich angestellt harbe, von Gott allein dasjenige zu erwarten, was erselbst mit leichter Mühe hätte thun können. Manstellt sich vor, der Kaiser habe nur ein Wort spre-chen dürfen, so würde ihm die Armee sogleich ge-horcht haben. Aber diese Vorstellung ist zu über-eilt, und man hat die wichtigsten Gründe, an ihrerRichtigkeit zu zweifeln. Die ganze Armee stundnicht sowohl dem Kaiser zu Befehle, als den ver-schiedenen Anführern der besondern Corps, auswelchen sie zusammengesetzt war. Das ganze Heer,das sich der Wuth des Herzogs von Bourbon blind-lings ergeben hatte, wollte nicht sowohl dem Kaiserdienen, als einem berühmten Abentheuer folgen;und eö war sehr ungewiß, ob der Kaiser selbst die-sen

I) 8Ieiäsn. I.. 6.

ten , denen ich mehr zutraue, als den memigen,haben mich endlich dazn bewogen Sonst war esder einzige Cardinal Farnese, nachmaliger PabstPaul der Ul. den Clemens der vn. an Carl denV. abfertigte, und der nicht weiter gieng, als nachGenua. (rnicciarä. l. c. und 8leiäsn. l-ibr. xxl.p. 668 vielleicht spottet Herr Gaillard eines Car-hinals, der sich den Königen Franz von Frank-reich, und Heinrich von Navarra gleich dünkte-