Erstes Kapitel. 9
Heinrich der Achte war nach seiner Ehescheidung " '
von Catharinen von Arragonien sein geschwornerFeind.
Durch Deutschland wäre der Weg zu weit,und.der Zug zu langsam gewesen, weil er, ohneeine ansehnliche Bedeckung nicht hätte wagen dür-fen, durch das Gebieth der Protestantischen Für«sten zu gehen.
Also war ihm der Weg durch Frankreich nochallein übrig; und dieß wäre vielleicht die gefähr-lichste Parthey gewesen, die er hätte ergreisfcnkönnen, wenn der König von Frankreich ein Carlder Fünfte gewesen wäre; aber es war Franz derErste, und sein Rival kannte ihn vollkommen.
Er ließ diesen König, unter dem feyerlichcn Ver-sprechen der Mailändischen Bclehnung, und mitDanksagungen für die grosmüthige und nützlicheNachricht, die er ihm ertheilt hatte, um denDurchzug bitten.
Wie diese Sache in dem Staatsrathe des Kö-nigs in Ueberlegung gezogen ward k), so warendie Meinungen getheilt, nicht über die Freyheitdes Durchzugcs, denn der König hatte sich ent-schlossen, denselben zu bewilligen; sondern überdie Mittel, die man etwa nehmen könnte, denKaiser zu zwingen, daß er einmal Wort haltenmüßte. Der Cardinal von Tournsn schlug vor,man sollte sich eine schriftliche Versicherung vonihm geben lassen, und dieß war die Meinung fastaller übrigen Minister: aber der Connetable von
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