Zweytes Kapitel. »x
Also hatte der König durch die schlaue Ein» -—^
ficht der Venezianer , und die Offenherzigkeit des 154»d'Annebaur, das Glück in einer Sache, die sei-nen Vortheilen schlechterdings entgegen war, sei-nen Willen nicht zu erhalten. Aber der Lärmen,der über dieser und noch einer andern Gesandschaftentstund, die er an den Pabst abfertigte, warseinem Rival sehr vorthcilhaft, und diente dazu,daß Franz dem Soliman durchaus verdächtigward. B 5 Wenn
daß sie den Türken Napoli oi Romania. und dasalte Ragusa abtraten: sie wollten anfänglich gleich-sam dingen, und befohlen ihren Gesandten, denBadvuer, andre Bedingungen vorzuschlagen unddiese anders nicht, als in dem äußersten Nothfal-le anzubiethen. Aber die Türken sagten ihm gleichbeydem ersten Boche: ihr sage nicht alles: unsdürft auch keinen Frieden hoffen, wenn ihr unsdie beiden Platze nicht ausliefert, Sie ihr Voll-macht habt uns anzubiethen. Badvuer sahe,daß seine Republik verrathen war, und beklagtesich deswegen beydem Senat: Man stellte Unter-suchungen an, man entdeckte und strafte die Schul-digen. Einer derselben war m das Haus des Bi-schofs von Montpellier. desFranzösischen Gesand-ten, als in eine Freystadt geflüchtet. Man schick-te ein Wache dahin, die das Haus durchsuchen muß-te. Die Franzosen glaubten, dieß wäre den Vor-rechten des Gesandten zuwider, und verriegelten dieThore. Der Senat, der inStaatsangelegenhei«teil allezeit unerbittlich ist, wollte durchaus desVerbrecher heraus haben, und li-ß Canonen her-bey führen, daö Haus einzuschießen. Der Verbre-cher ward also heraus gegeben ; der Senat stelltedem Könige die Dewegungsgründe seines Betraugens vor und betheuerte feyerlich , es sey seineMeinung nicht gewesen, den Gesandten zu beschim-pfen. DicfeEntschuldigung ward angenommen. 8 !si-üsn. Lommem. b. 12.