i6r Sechstes und letztes Buch.
Piemonteser von Geburt, Befehlshaber war k).Man muß die Tapferkeit rühmen, die dieser Mannin der Vertheidigung dieses Platzes bewies, aberauch die Untreue gegen seinen Landesherr» tadeln,denn er war ein Unterthan des Herzogs von Sa-voyen. Boutiercs , dem es fast ganz an Fußvöl-kern gebrach, kam auf den Einfall, die Vcrthci-digung von Mondovi den Schweizern anzuver-trauen, die man bisher nur als brave Soldatenim freyen Felde, aber noch niemals Ln Festungmzur Gegenwehr geschickt gehalten hatte. Ihrrechtschaffenes Betragen hob dieses Vorurthcil auf,sie thaten ihre Pflicht vollkommen, hielten gros-müthig verschiedene Stürme aus, und fielen end-lich nur unter der Gewalt des Hungers, und dergewissen Verzweiflung eines Entsatzes. DerMarquis dü Guast hatte nemlich einige Briefeaufgefangen, dieBoutiereS demBefehlshabervonMondovi schrieb, und hatte andere an deren Stel-le untergeschoben, als ob Voutieres dem Com-mendantm den Rath gäbe, er sollte so gut capk-tuliren, als er könnte, indem es ihm unmöglichwäre, ihm zu Hülfe zu kommen. Die Belager-ten ließen sich dadurch zur Uebergabe bewegen,underhielten die Capitulakion, mit ihren Waffen undGepäcke abzuziehen: aber die Kaiserlichen brachenihr Wort auf die unanständigste Weise, sie plün-derten die Schweizer, und hieben verschiedene vonihnen nieder: und dieß erbitterte den Grimm derSchweizer dergestalt, daß er in der folgenden Zeit
nicht
s) Lelcar L.. 2Z. n. 44.