Band 
Vierter Theil.
Seite
198
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198 Sechstes und letztes Buch.

^ ' Absichten / die man ihm als heilig vermahlen woll-

1544 te, nicht stürzen.

Die Venezianer wankten, und ohne die Be-redsamkeit des Französischen Gesandten bey derRepublik Johannes von Montlüc, Bischofs vonValmce *), der den Rath zu gewinnen wußte, >hätten die Intriguen des Kaisers triumphirt. Mont-lüc rechtfertigte das Httomanische Bündniß, sowie es bereits ein anderer Bischof von Lavaur,Georg von Armagnac gethan hatte. Er wies denVenezianern, das ihnen dieß Bündniß vortheil-haft gewesen, daß es die Macht der Türkenallein gegen den Kaiser in die Waffen gesetzt hat-te , da vorhin die Öttomanische Flotte ihre Räu-bereien auf allen Küsten Italiens ohne Unterschied,und oftmals auf dem Gebiethe der Venezianergetrieben hätte: daß sie es der Wachsamkeit desPaulins **) zu danken hatten', daß die Lander derRepublik in dem letztem Fcldzuge verschont gcblie,ben wären, und daß sie es allezeit bleiben würden,so lange die Franzosen und Türken mit einandergemeinschaftlich handelten.

Auf dem Reichstage in Speier, und bey dendeutschen Fürsten war das Schreien des Kaisersvon glücklichem Wirkungen. Protestanten undCatholikcn, alles vereinigte sich: alle ließen sich

von

*) Er war ein Bruder des Blasius von Montlüc,und wie dieser fünf Königen mit den Waffen dien-te, so diente jener diesen fünf Königen mit seinenUnterhandlungen-

") Man sehe das 4 , Kap. des 6 . Buchs.