Band 
Vierter Theil.
Seite
278
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Neuntes Kapitel.

Tod des Herzogs von Orleans.

Neuer Gesichtspunkt der Politik. Zwey-deutiges Betragen des Kai-sers.

^er Frieden zwischen Frankreich und Englandwar damals zwischen diesen beiden Natio-nen ein natürlicher Vortheil: zwischenFranz dem Ersten und Carl dem Fünften war esein gezwungener Zustand. Kaum war der Friedezu Crcspy zwischen diesen beiden Fürsten geschlos-sen, so schien es auch, als ob der Krieg bald wie-der auflodern würde. Dieses allgemeine Unglückwürde die Frucht eines Privatunglückö gewesenseyn, das damals Franz den Ersten betraf. Die«scr Herr zählte seine letzten Jahre nach solchen Ar-ten von Verlust, die ihn als Vater, als Fürsten,als Freund niederschlagen mußten. Der empfind«lichste Schlag war der, welcher ihn 1545. be-traf, und von. welchem hier die Rede ist. Dieschmerzhaftesten Empfindungen sind unstreitig die-jenigen, die man als Vater fühlt. Franz derErste litte auf diese Art einen neuen Verlust, derdem ähnlich war, den er im Jahre i;z6. erlit-ten, und der auch jenen erneuerte und verdoppel-te; fein Verhängnis hatte es beschlossen, daß eralle seine Söhne, die er am zärtlichsten liebte,vor sich sterben sehen mußte, und der Herzog von

Orleans