Band 
Vierter Theil.
Seite
281
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Neuntes Kapitel.

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lant, unbesonnen, rasch, liebenswürdig, voller ' >

Muth, wie es alle Prinzen und alle Edelleute wa« »545ren. Sein Caracter war mehr ausgebildet, als, - S 5 es

so weit, daß er so gar mit einigen jungen Herrn,die sein Exempel und ihre eigene Thorheit hinriß,des Nachts auf den Straßen herum lief; sie fielenalle bewafnete Leute an, die ihnen in den Wegka-men, und sonderlich Laquaien, die nach einemMisbrauch damaliger Zeiten, mit Degen liefen,und in dem Gefolge des Hofes tausend Unordnun.gen anrichteten. Sie bemächtigten sich der Brü-cken und der großen Straßen, und insultirten oh-ne Unterschied alle Leute. Wie einmal dcrHofdesNachts in Ambosse war, ließ sichs der Herzog vonOrleans einfallen, diesem trotzigen Gesinde! dieBrücke streitig zu machen: sein Gefolge war klein,der Laquaien eine große Zahl, einer derselben falltauf dem Prinzen mit dem Degen, und drohet ihmmit einem gefährlichen Stoß: der junge Castelnau,der tapferste und thörigtste von diesen damaligenEdelleuten, siehet den Stoß, wirft sich zwischendem Prinzen und dem Laquaien, wird durch unddurch gestochen, fallt und stirbt. Darauf nenntman, um diesem gefährlichen Spiel ein Ende zumachen, den Prinzen, die erschrocknen Laquaienlaufen davon. Der Herzog von Orleans bleibtMeister von der Brücke, beweint seinen unwürdi-gen Sieg, und läßt die Leiche seines Freundes, derdas Leben für ihn gelassen hatte, fort bringen.

Wie der König den folgenden Morgen diesen Vor-fall erfuhr, war seine Zärtlichkeit so groß nicht,daß sie ihn dergleichen Ausschweiffungcn ungeahn-det hätte hingehen lassen: er begegnete dem Her-zoge von Orleans mit aller Scharfe eines entrüste-ten Königs: Ihr könne euch unglücklich machen,sagt er, und der Geaae wird sich über den Ver-lust eines Thoren trösten: aber das Blut desAdels ist ihm kostbar, und dieß Blur ist nichrsogering, daß es euren Aursschwciffnngen zu Ge«falien,vergoffcn werden müßce.