282 Sechstes und letztes Buch.
es der Caracter des Dauphins Franz gewesen war,der vor ihm starb, und es schien, er hätte mehrbedauret werden müssen, als jener: inzwischen be-weinte man ihn doch nicht so sehr, als den Dau-phin: die Ursache ist, weil der Herzog von Or-leans bereits Haupt einer Parthey, und die See-le, oder der Gegenstand der Cabalen des Hostswar: und alle Partheyen und Cabalen nehmenan einer Seite, was sie an der andern geben,undverhindern die Vereinigung der Stimmen: über-dem ward die vorzügliche Liebe, die der König ge-gen diesen Prinzen weit merklicher, als seine Zärt-lichkeit gegen den ersten Dauphin blicken ließ,nichtso wohl angesehen, als eine Wirkung des Ver-dienstes des Herzogs von Orleans, sondern viel-mehr als eine Frucht der Aufhetzungen der Herzo-ginn von Estampes, und das Publicum lehnt sichsehr gern gegen eine zu merkliche Vorzugsliebe derKönige, der Väter und der Buhlerinnen auf.
Der Tod des Herzogs von Orleans stürzte al-le Hofnungen der Herzoginn von Estampes, undvereitelte die Entwürfe, die ste, in Absicht aufeine Zuflucht außerhalb Frankreich gemacht hatte:er that noch mehr, er veränderte die politischeAussichten, und zerriß das Band des Friedenszwischen dem Kaiser und dem Könige. Die sey-etlichen Widersprüche des Dauphins gegen denFrieden von Crespy, beleidigten dessen Vaternicht mehr, und konnten ihm nützlich werden: siegründeten sich darauf, daß Frankreich Aufopfe-rungen gemacht, und man dieser Erone Entschä-
digungen