Band 
Vierter Theil.
Seite
306
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zo6 Sechstes und letztes Buch.

Franz der Erste starb den z i. Merz 1547., fast in einem Alter mit seinem Vorgänger undSchwiegervater, Ludwig den Zwölften, ncmlichim zwey und fünfzigsten Jahre, und sechs Mona-ten. Seine Regierung dauerte zwey und dreis-stg Jahre, und drey Monate. Die Leichen desDauphins, und des Herzogs von Orleans warennoch nicht beerdiget: der Vater, und seine beidenSöhne wurden zugleich in das Grabmahl ihrerVorfahren, zu St. Denis beygesetzt.

Zwo große Nationen, zween große Fürsten,die eine gegenseitige Eifersucht anfeuert, machenin der Geschichte jederzeit ein schönes Schauspiel.Diese Eifersucht läßt ihre Leidenschaften los, cnt,wickelt ihre Talente, und setzt alle Triebfedern ih-rer Seelen in Bewegung. In diesen Absichtenist ein Feind zuweilen nützlicher als ein Freund.Carl der Fünfte und Franz der Erste sind viel-leicht einer dem ändern wechselseitig ihre Größeschuldig: einer hat über dem andern verschiedeneVorzüge besessen. Der vornehmste Zug ihrer Ca«ractern war, wie es scheint in'Carl dem Fünftendie List, und in Franz dem Ersten die Redlichkeit.Beide haben große Dinge gethan: aber Carl derFünfte hat sich manche von der Ehre verbothenHandlungen erlaubt, und Franz der Erste ziem-lich viel Fehler begangen. Wer kan die Hinrich-tung des Semblanzay, die entweder gut geheißene,

oder

der Cardinal von Tournon wurden von dem ge-heimen Rath ausgeschlossen, der StaatssecretairBeyart gefangen gesetzt: alle übrigen Favoritendieser Regierung wurden wcmgste'ns vergessen.