Z64 Dritte Abhandlung.
nähern Interesse hätte weichen sollen. Die Kai-serliche Rechtsgelehrsamkeik gab also nicht jederzeitdem deutschen Reiche gegen seine Nachbaren,nochdessen Machbaren gegen Deutschland die Waffenin die Hände, wie sie es dem Anscheine nach hättethun sollen. Diese mehr hochgeachtete, als ge-fürchtet- Nation hatte selbst von den NordischenMächten wenig zu fürchten: diese waren damalszu viel mit sich selbst unter einander beschäftiget,als daß sie die Ruhe des Reichs hätten stöhrenkönnen : der Vortheil einer gerechten Vertheidi-gung verband sie oft mit Pohlen, mit Ungarn,und selbst mit Italien gegen den Türken, als ih-rer aller gemeinschaftlichen Feinde: das Reich warmit den Schweizern zufrieden, diesich seiner Ober-Herrschaft noch nicht entzogen hatten: Frankreichwar, nächst dem Türken, die feindseligste Machtdes Reichs, vielleicht, weil die beiderseitigenGränzen dieser zween Staaten noch nicht genugbestimmet waren, vielleicht, weil Maximilian ver-schlagen genug gewesen war, die Provinzen unddie bestrittenen Rechte, die er aus der Burgundi«scheu Erbschaft hatte, dem Schutze des Reichs zuübergeben. Frankreich war dem Reiche furchtba-rer, als selbst die Türken: die Sultans konntenfreylich weit zahlreichere Armeen inö Feld stellen,und aus ihren weitläuftigen Provinzen weit mehrGeld ziehen: aber es war ihnen schwer den Kriegän Europa zu spielen, weil sie so wohl ihre Trup-pen, als die nothwendige Munition aus Asienkommen und also ihre Staaten gegen Morgenden
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