Fünfte Abhandlung. 407
wollen, als bis er die vier hundert tausend Tha-ler empfangen hätte *).
z. Die besondre Hochachtung, die die Her«zoginn von Angouleme dem Semblanzay jederzeitbezeugt hatte, ehe sie die Nothwendigkeit, sich selbstzu vertheidigen, zwang ihn anzuklagen.
4. Die sonderbare Aehnlichkeit der Summenmit einander, und der Augenblick, den die Her-zoginn wählte, dieß vorgegebene Depositum, dassie dem Semblanzay anvertraut haben wollte, zu.rück zu fodern.
5. Die wenige Wahrscheinlichkeit, daß einerfahrner Minister sich unterstanden haben sollte,eine Summe unterzuschlagen, deren Gebrauch, iyGegenwart des ganzen Höfts, ihm so feyerlich ge-sagt war, und wofür ihm der König und derStaat schlechterdings zur Rechenschaft fodernmußte.
6. Die gleichfals wenige Wahrscheinlichkeit,daß ein Minister, der keinen Rückhalt hatte, un-klug genug gewesen seyn sollte, sein eigenes Ver-brechen der Mutter des Königs schuld zu geben,einem Weibe, unter dessen Macht der ganze Hofzitterte. Weit weniger wäre es gefährlich gewe«sen, den König selbst zu beschuldigen.
7. Ein Brief des Semblanzay u) an den Kö-nig vom 15. Oct. 1521. in welchem er ausdrück-
Cc 4 lich
«) Die Herzoginn hatte sich dieser Summe bemäch-tiget, damit sie Lautrer nicht nach Italien bekäme,und in seiner Unternehmung unglücklich werdenwogte.
x) lNdUork. äuUoiblücr. äe Lelbuns n- 8489 -kol. 48»