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Der Cicerone : eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens / von Jacob Burckhardt
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Tempel von Pästum.

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sprechen und antworten etwas weiter unten, an der Säule selbst, dreiEinschnitte ringsum. Eine starke viereckige Deckplatte isolirt dieSäule vom Gebälk.

(An vielen Stellen dieses Tempels scheinen die Säulen auf vier-eckigen Untersätzen zu stehen, allein nur weil Steine dazwischen weg-genommen worden sind. Die dorische Säule, als erdgeborne Kraftbedarf der Basis nicht; unmittelbar aus der obersten Tempelstufe steigtsie empor).

Es folgt zunächst ein Band von hier sehr mächtigen Quadern, dersog. Arcliitrav, ganz glatt und schmucklos. Es sind die Balken, welcheüber die Säulen hingehen. Was aber von Bewegung übrig ist, setztsich fort in dem darauf folgenden Gliede, dem Fries. Die von innenkommenden Querbalkcnenden sind in der Mitte zweimal und an bei-den Seiten senkrecht eingekerbt zuTriglyphen, die Zwischenräume(Metopen) aber ausgefüllt mit Steinplatten, die ohne Zweifel mit Ge-mälden oder Reliefs geschmückt werden sollten. "Wir wissen nämlichn >cht, oh dieser Tempel je ganz vollendet wurde. l m Architrav ent-bricht jeder Triglyphe ein kleines Band mit sechs daran hängendenso g. Tropfen.

Ein hier besonders weit vorragendes Kranzgesimse deckt das Ganze.Von unten erkennt man daran eine ideale Darstellung der schrägenDachsparren, deren jeder drei Reihen von je sechs Nägeln aufweist.An den beiden Hauptseiten des Tempels ragen darüber die Giebel em-por, die zwar jetzt (und vielleicht von jeher) leer stehen, ohne jeneGruppen von Statuen, welche einst die attischen Tempel zierten, dabeiaber durch das schönste, gerade für diesen Bau passendste Vcrhältnissder Höhe den Blick erfreuen. Der stumpfe Winkel des Giebels näm-lich ist das Sclilussergebniss jener ganzen idealen Rechnung zwischenKräften und Lasten; er deutet genau an, wie viel von strebender Kraftam Ende übrig geblieben ist.

Eine ganze Anzahl feinerer Gliederungen, welche man an dendorischen Bauten Athens vorfindet, fehlen hier entweder ursprünglichoder durch die Verwitterung. Der Eindruck des Strengen und Mäch-tigen wird dadurch noch gesteigert.

Vom Innern fehlt fast die ganze Mauer, welche das längliche Haus,die Cella des Gottes ausmachte. Wahrscheinlich lockten die glatten

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