Band 
Dritter Band.
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68
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LiebeVolks fuͤr den

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1509.

des

68 Geſchichte von England.

Art war eine allgemeine Veraͤnderung in allen Einrichtungen der Menſchen durch dieſen ganzen Theil der Welt vorgegangen, und die Menſchen in Anſehung der Handlung,der Kuͤnſte, der Wiſſenſchaften, des buͤrgerlichen Regiments, der Polizey, des Acker-baues, in dicjenige Verfaſſung gebracht worden, in welcher ſie ſeit dem beſtändig ge-blieben. Hier faͤngt daher ſo wohl der nuͤtzliche, als angenehme Theil der neuerenGeſchichte an; in allen wichtigen, und ſo gar auch in den meiſten weniger erheblichenStuͤcken der hiſtoriſchen Erzaͤhlung findet ſich Gewißheit und Zuverlaͤſſigkeit; einegroße Verſchiedenheit von Begebenheiten, die durch Huͤlfe der Buchdruckerey aufbe-halten worden, ſetzt einen Schriftſteller in den Stand, ſo wohl eine Auswahl vondem zu machen, was er erzaͤhlen will, als auch ſolches wohl anzuordnen; und wieeine jede Begebenheit ſich auf unſre gegenwartige Sitten, und Umſtaͤnde ſchickt, ſokommen in dem ganzen Lauf einer Geſchichte alle Augenblicke unterrichtende Lehren vor.Wer ſeine ſorgfaͤltige Unterſuchungen auf altere Zeitpuncte verwendet, kann eine anſich anſtaͤndige und lobenswuͤrdige Wißbegierde zum Beweggrunde haben; er hat esaber durchaus nicht noͤthig in der Abſicht zu thun, um ſich eine Kenntniß der oͤſſent-lichen Angelegenheiten, und der Kunſt einen Staat zu regieren, dadurch zu erwerben.

e e e eeeHeinrich VIII. Erſtes Capitel.

Liebe des Volks zu dem neuen Koͤnig Seine Miniſter Beſtrafungdes Empſon und Dudley Vermaͤhlung des Koͤniges AuswaͤrtigeSachen Julius der zweyte Verbuͤndniß von Cambray Kriegmit Frankreich Feldzug nach Fontarabia Betrug des FerdinandZuruͤckkunft der Englaͤnder Leo der zehnte Ein ParlementKrieg mit Schottland Wolſey als Miniſter Sein CharacterEinfall in Frankreich Schlacht bey Guinegate Schlacht beyFlouden Frieden mit Frankreich

ey dem Tode Heinrichs des ſiehenden war die Freude des Volks ſo oͤfſent-lich und ſichtbar geweſen, als der Wohlſtand verſtatten wollte; und dieThronfolge und Kroͤnung ſeines Sohnes, Heinrichs des achten, breiteteN uͤberall eine offenbare und ungeheuchelte Zufriedenheit aus. Statt eineseiferſuͤchtigen, ſtrengen, und geitzigen Monarchen, der wie er an Jahren zunahm, ſo

neuen Koͤnig. auch immer kiefer in dieſe unbeliebten Laſter verſank, war itzt ein Prinz von achtzehen

Jahren auf den Thron gekommen, welcher auch in den Augen verſtandiger Leute delvie