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heißt „man habe sie zu Bürgern empfangen", doch nur als Schutz-verwandte zu betrachten. Oft gab ihnen die Obrigkeit einen allgemei-nen Schutz- und Schirinbricf; häufig aber ertheilte man dergleicheneiner ankommenden Jüdischen Familie für sich allein, wie auch nichtselten einzelnen Personen, Sie waren verbunden, dem Rathe einenEid der Treue und des Gehorsams zu schwören, mußten bei ihrer An-kunft zehn Mark und die gleiche Summe bei ihrer Abreise „zc Lezi"entrichten, ferner an die Steuern der Stadt beitragen; auch geht ari-den kaiserlichen Freiheit-briefen hervor, daß sie dem König und derNeichskamincr den sogenannten goldenen Opferpfenning als die ge-wohnte Steuer zu bezahlen hatten. Die Juden besaßen gleich denBürgern da- Recht, Liegende- und Fahrendes, Häuser, Grundstückeund andere Sachen zu kaufen und wieder zu verkaufen, und es ist bc-nierkcu-werth, daß sie sogar Palrcnatrechtc besaßen (ein Jude ver-äußerte z, B, >400 den Kircheirsatz zu St, Gilgen in Enge an dasKloster Scluau), Sie wohnten in der großen Stadt, vorzüglich inder Gegend der beiden Brnnngaircn. Ihre Schule war da, wo jetztder sogenannte Burghof steht, und man vermuthet, daß er in seinenGrundmauern vielleicht noch dasselbe Harr- sei. Daß es aber noch an-dere Sinragogcn gegeben habe, darf au- folgendem, irrn 1383 erlasse-ner, Ralhsdcercte geschloffen werden: „Es snllent all Juden in vnserSkat i» ein Schul zu einander gan, do sie der Birrgcrrnaster vnd derRat bin heißet gan, vnd sullcnt sich sirrbaS nicht teilen noch snnderen.Es scl euch enkein J»d den andern in der Schul, noch vsf dem Weg,so si zu der Schul oder davon gand, beswercn, noch kein freun tunweder mir Worten noch mir Werken bei hcrrcklicher Straf," DerJudenfriedhof befand sich im Zeltweg , ist indessen spurlos verschwun-den, da er im 17, Jahrhundert nebst der» dazu führenden Juvengäß-chcn in die Fortisieationslinie siel; doch haben sich einige IndischeGrabsteine erhalte», denen längere Zeit iinpassendcrweise in der Land-seste »irrer der Augustinerbrücke ei» Platz angewiesen war.
Bei uns, wie anderwärts, erfuhren die Juden mehrere heftigeVerfolgungen, zu denen manche Christen durch Rcligionshaß, anderedurch höchst unreine Beweggründe hingerissen wurden. Als 1349 eineSeuche weitumhcr taufende von Opfer» forderte, schrieb man dieß denJuden zu und wagte die Bchaupruug, sie hätten die Brunnen, Bächeund selbst das Erdreich vergiftet. In Zürich sollen sie, einer chroni-kalischen Nachricht zufolge, am Lt, Matthias-Abend verbrannt wordensein. Dreißig Jahre später beschuldigte man die Juden, welche bald»ach jener Verfolgung sich wieder in Zürich eingesundcn hatten, dergleichen Gräuelthat; allein der Rath dämmte dießmal das Feueralsobald, 140l kanr der Judenhaß abermals zum Ausbruchc; doch esgelang jetzt nicht, die ausgebrachten Bürger zn besänftigen, sondernsie nöthigten den großen Rath, obwohl derselbe erklärt hatte, daß nachaufgenommenen Verhören keine Schuld an den Juden erfunden wor-den, sie dennoch sämmtlich einzukerkern, auf ihre Habe und ihr GutBeschlag zu legen und nachher sie zn büßen. Von da an sahen dieJuden sich manchen Betatrone» ausgesetzt, bis 1423 im August dergroße Rath den Beschluß faßte, „weil der Juden Freiheit noch wäh-ret bis Martinitag , soll man sie bis dahin sitzen lassen, dann aberalle unzeina! lasst» gähn und nit mehr haben in unser «ladt, in un.