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Danzig , Swiec (Schwetz), Tuchol, Czluchow , Mira-chow, Puyk, Koscierzyn und Skarszew; zwei wei-tere Lawenburg und Bütow gehörten seit 1657 demHause Brandenburg .
Diese Provinz war von jeher ein vielfach bestrittener Be-sitz. Einen großen Theil rißen die Herzoge von Stettin und die Markgrafen von Brandenburg ab, und Fried rich der Große nahm sie 1772 bei der ersten Theilung Po lens vollends ganz weg.
Auf ihr berubte das polnische Seewesen der Ostsee . DieSeemacht, einst blühend und mächtig, verfiel unter JohannKasimir's unheilvoller Regierung um 1648 gänzlich. ImEinzelnen aufzuführen sind:
i) Die Stadt Danzig . Die kleine Republik Danzigspielte in der Geschichte Polens eine bedeutende Rolle: zeich-nete sich durch eine lobenswcrthe Regierung, als Herrin despolnischen Sechandels, durch den Alleinhandel der Weichsel ,und noch jetzt durch lebhaften Verkehr in Handel und Ge-werben, so wie durch gute Sitten und rechtschaffenen Cha-rakter der Einwohnerschaft überhaupt aus; doch fehlt es da-bei auch nicht an alten knauserigen Spießbürgern.
Die Einwohnerschaft Danzigs , meist deutschen Stammesund der Mehrzahl nach lutherisch, betrug früher 80,000, jetztnoch 50,000 Seelen.
Die Stadt ist solid gebaut, aber nicht schön; hat eineSternwarte, ein naturhistorisches Kabinet, gelehrte Gesell-schaften und ein Gymnasium. Ihr Hafen ist von zwei Fortsgedeckt.
Aus der Umgegend Danzigs sind noch zu bemerken: DieInsel Nehring.
Male Zulawy (Klein-Werder), ausgezeichnet durchFruchtbarkeit und sein vortreffliches Hornvieh.
Die Stadt Hela.
Tczcwv (Dirschau ), ehemals Hauptvrt des gleichnami-gen Distrikts.