Band 
Erster Theil.
Seite
257
JPEG-Download
 

257

unter den Befehlen des Großherzögs von Berg nachSpanien selbst marschirten und die Hauptstraße vonBayenne nach Madrid besetzten. Zum Vorwande diente,bei dieser Mehrzahl habe man einzig und allein dieAbsicht gehabt, den General Zunot mit entscheidenderKraft zu unterstützen, wenn England mit Macht an derVertheidigung Portugals Antheil nehmen, öder seine, Flottem an den Spanischen KüstcN landen lassen würde.Aber Murat schien ganz in seines Kaisers Sinne zu verrfahren, indem er, den Gang der Spanischen Revolutionin der Nähe beobachtend, sie durch geheime Agenten nichtallein noch mehr belebte, sondern auch, als ihr Characteternsthafter wurde, sich sogleich der Hauptstadt selbst beimZichtigte.

Von allen Seiten hatten die Umstände Napoleons Plane begünstigt. Oesterreich war noch nicht von denWunden geheilt, die ihm der Sieger von Ansterliz imJahre l8c>5 geschlagen; Rußlands Heere standen nachden schrecklichen Tagen von Eylau und Friedland nochkampfgelahmt durch Frankreichs mächtige Adler auf ihrenEisgefildcn daheim, und durch Preussens gänzliche Entrkräftung wurde der Eroberer noch mehr in seiner Machtbefestigt. Selbst König Carl kam dessen Absichten ent-gegen, indem er Frankreich gegen die Empörung seinesSohnes und gegen die Anhänger desselben um Hülfeansprach. Hierzu durch Napoleons Unterhändler wahr-scheinlich selbst verleitet, verstrickte er sich gänzlich in dasfein gesponnene Gewebe der niederträchtigsten Intrigue,und das blinde Vertrauen zur Aufrichtigkeit derAeußerungettseines Bundesgenossen stürzte bald seine ganze Dynastiel.

17