301
wenden Belagerern entgegen; der Augenblick der höch-sten Gefahr schien seinem Arm neue Kraft zu leiy'n,um mit mannigfacher Wehr Verstümmelung und Todauf jene niedcrzuführen. Dieß und die unter ihren Fü-ßen fortrollende lockere Erde verursachte ein leichtesSchwanken in den Colonnen, bald aber hatten sie sichin Eine Mäste vereinigt und die Bresche überstiegen,worauf sie, wie ein Strom, der des Dammes Hindereniß besiegt, die Wälle unaufhaltsam überschwemmten.Gleichzeitig fand die Eroberung der Cervantesbastionund des Rosenkranzthores statt, obwohl hier der Spa-nier Muth sich weniger rühmlich zeigte. Heftiger wardagegen ihr Widerstand in der Hauptstraße der Stadtselbst, wo sie des Siegers Schritten aus mit Schießschar-ten versehenen' Häusern und hinter andern Schutz-wehren einen zwar blutigen, aber nur kurzen Aufent-halt bereiteten. Dem drängenden Ungestüm wich baldjede Gegenkraft. Die Verrammlungen und Durchschnit-te wurden überstiegen, die Thüren der bewehrten Ge-bäude eingebrochen und Krieger wie Einwohner ohneUnterschied des Alters und Geschlechts der Rache Opfer.Mordend stürzte sich der Französische Svldatentroß vonHaus zu Haus, von Straße zu Straße, selbst denauf den Knieen um Schonung Flehenden gab er unge-rührt den Tod. Nichts vermochte den BlutdürstendenEinhalt zu thun, selbst die eigenen Offnere liefen Ge-fahr, im Taumel der gereizten Leidenschaft das Leben zuverlieren, wollten sie der Verfolgten rettend sich anneh-men. Viertausend dieser Unglücklichen endeten auf solch*alles Gefühl empörende Weise! Damit der Besatzung