Band 
Zweyte Sammlung.
Seite
397
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gar nicht mehr von mir geſehen wuͤrden, ſondernganz andere, wenn ich die Stellung des Ocularsaͤndere.

411. Vielleicht ſehe ich auch durchs herausge-zogene Ocular eben die Bilder die ich in der er-ſten Stellung des Oculars ſahe, aber ich ſehe ſienicht vollkommen mit eben de- Deutlichkeit. Die-ſer Unterſchiev kann vielleicht meiner Seele nichtmerklich genug ſeyn, und doch in meinem Augeſtatt finden. Jedes Bild naͤhmlich, fuͤr einen Ge-genſtand angenommen, macht in meinem Auge einBild, das in dieſem Falle etwas undeutlich wird.Eine Folge dieſer Undeutlichkeit kann ſeyn, daß dieGraͤnzen des einen Bildes im Auge in die Graͤn-zen des andern hineintreten, wie die Zerſtreuungs-kreiſe in einander gehen koͤnnen, von den Juringeredet hat(vom deutl. u. undeutl. Sehen 9 F. inmeiner Ausg. v. Smiths Opt. 485. S.)

So erklaͤrt man insgemein eine Erfahrung, dieich auch ſelbſt gehabt habe. Ich ſahe vor vielJahren voch in meiner Vaterſtadt, bey Tage,eine Bedeckung der Venus vom Monde, ſie zubeobachten hatte ich keine Werkzeuge, oder, wieſich manche Naturlehrer ausdrucken: ich beobach-tete ſie phyſikaliſch, durch ein Fernrohr. Sehrdeutlich ſahe ich eine merkliche Zeit, die Venus,innerhalb des Mondrandes, als wenn der Monddurchſichtig geweſen waͤre. Natürlicher Weiſe hatdas eigentliche Bild des Mondes, in meinem Au-ge einen falſchen Rand um ſich gehabt, in welchendas