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Geschichte der griechischen Astronomie bis auf Eratosthenes : von J.K. Schaubach
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lieh ist es nach der eben angeführten Aeusse-rung des Sokrates, dafs man sich an die Sternehalten müsse.

Das Verfahren hierbey hat auf die Beobach-tungsart der Alten einen entschiedenen Einflufs,und bestand in folgendem : Wenn man einenGlobus betrachtet; so wird man bemerken,dafs,man mag die Kugel drehen, wie man will, stets6 Zeichen der Ekliptik über dem Horizonteseyn müssen. Dieses folgt aus der Natur derSphäre. Die Ekliptik ist ein grüfster Kreis derKugel, sowie der Horizont, 5ie llitbon also bey-de einerley Mittelpunkt und müssen einanderhalbiren (*). Man nahm hierbey Zeichen undBilder für eins an, und baute darauf folgendeRegeln, die ich mit Autolykus Worten (de ortuet occasu siderum lib. II.) hierher setze ;

1) Das Zeichen, in welchem sich die Son-ne befindet, ist unsichtbar, das entgegengesetz-te aber die ganze Nacht über dem Horizonte.

2 ) Das Zeichen, welches dem, wo die Son-ne steht, vorangeht, geht heliace auf, das dar-auf

(°) Den der Sache iiiclu ganz kundigen Leser nichtirre zu leiten , mufs ich bemerken, dats (i Zei-chen der Ekliptik nicht ß Sternbilder sind. Jene,die Zeichen, sind einander vollkommen gleich,weil jedes derselben 35 der Ekliptik ausmacht,diese hingegen nicht, wie der Augenschein lehrt.