76 I. Theil. VII. Hauptstück.
Sie brauchen keine Vertheidigung, und verbergen auchnicht, wie Wald und Anhöhen, die Bewegung des Fein-des, nur muß man auf selbige nicht allzusicher, sondernauf seiner Huth seyn> damit der Feind nicht unvermerkt über'sie gehe, und uns in Rücken komme, welches den Russen bei-der Belagerung von Cüstrin begegnete, und die ZorndorfeeSchlacht unvermeidlich machte, f Bey einem Flusse, derdie Fronte oder Seite deckt, muß man alle Führten undBrücken genau in Acht nehmen, und selbige besehen oderverderben, welches im XXI. Hauptstücke vorkommen wird»§. 141. Anhöhen, Berge und Schlüchte sind sehr be«quem, die Flügel an selbige zu stützen, und dadurch dieSeiten zu decken. Wie selbige durch die Kunst noch vor-theilhasier zu machen, wird im XIX. Hauptstück gezeigtwerden. Jeho wollen wir blos von ihrer natürlichen Be-schaffenheit handeln. Es ist nichts gefährlicher, als wennden Flanquen gegen über, unter der Weite eines Stück«Schusses, Anhöhen oder Berge liegen, die mit denen, wor-auf wir unsere Flügel gestützt, gleich hoch, oder gar nochhöher sind; denn der Feind wird sich derselben bey einemAngriffe gewiß bemächtigen, Batterien darauf errichten,und uns also in die Flanque nehmen, wodurch man un-glaublich Volk verlieret, und der daher entstehenden Un-ordnung nicht leicht abhelfen kann, sondern gemeiniglich ge-schlagen ist. Vor der Fronte sind dergleichen Anhöhen,welche unsere Stellung beherrschen, zwar nicht so sehr, aberdoch allezeit nachkhsilig. In den meisten Fällen kann mandiesem Uebel durch eine geschickte Ausdehnung oder Zusam-menziehung der Linien, desgleichen durch Brechung dersel-ben, abhelfen. Zum öftern findet man ein sehr vortheilhaf-teö Terrain zu Stellung der Armee, es bleiben aber dennochein oder etliche Anhöhen vor der Fronte, die bey einem An-griffe des Feindes nachkheistg werden könnten; man mußsie dahero besonders, und zwar mit auserlesenen Truppen,Z. E. Grenadiers und viel Geschütz, besetzen, und stark >er-
schanzen,
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