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und suchte das Übel ganz zu heben. Er verbotzwar nicht den Kaufleuten im Lande herum zuziehen, um mit den Kamtschadalen zu handeln;was aber eigentlich diese für sie so vorlheilhaf-ten Reisen so sehr schädlich für die Kamtscha-dalen machte: der Verkauf des Branteweins inden Ostrogen, dieser ward ihnen für die Zu-kunft gänzlich untersagt.
Wie nothwendig die Kamtschadalen in Kam tschatka sind, würde schon allein daraus erhel-le», dafs sie die allgemeinen Wegweiser des Lan-des sind, und die Tosten führen; das Führen derPosten verrichten sie überdies noch unentgeld-lich. Tm Winter müssen sie die Reisenden undEstafetten von Ostrog zu Ostrog transportiren,und sind verpflichtet, die Hunde derjenigen,welche mit ihren eigenen reisen, mit Jukula zuversorgen, so wie sie auch die Reisenden immerbewirthen. Doch zum letzteren werden sie nichtgezwungen. Diese gastfreien Leute haben essich selbst zum Gesetze gemacht, sowohl jedenReisenden zu bewirthen, als auch seine Hundezu füttern, ohne Entschädigung zu fordern. Injedem Ostrog ist ein eigener Vorrath von Fi-schen, der blofs zu diesem Zwecke bestimmt ist.Gewöhnlich halten sich jetzt der Gouverneurund alle Officiere ihre eigenen Hunde, so dafssie den Kamtschadalen in diesen Stücken nichtbeschwerlich fallen; allein man erzählt noch jetztvon einem, vor einiger Zeit hier gewesenen, vor-nehmen Beamten, welcher nie anders als in ei-